Gemeinsamer Emmausgang auf Schloss Einsiedel

Am Ostermontag Morgen trafen sich etwa 30 Christ*innen im Innenhof von Schloss Einsiedel, um sich gemeinsam auf den Emmausgang zu begeben. Vorbereitet wurde die Liturgie von Christ*innen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirche.

von Gerlinde Münch

Nach dem Osterlied „Gelobt sei Gott“ begrüßte Dr. Susanne Edel, ev. Pfarrerin von Kirchentellinsfurt, die Gläubigen mit den Worten: „Wir feiern Ostern und singen Halleluja: Gelobt sei Gott!

Sie lud zu einem gemeinsamen Weg ein, an der Ostergeschichte vom Gang nach Emmaus, auf vier Wegstationen entlang zu gehen.

Für die Kinder waren Ostertüten vorbereitet, in denen sie Überraschungen sammeln durften.

An der ersten Station ging es um Angst und Verzweiflung.

In der Bibel steht, dass den beiden Jüngern, die auf dem Emmausgang waren, die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben stand.

Es wurde dargelegt, dass auch wir derzeit in einer Welt leben, in der die Grundordnung ins Wanken zu geraten scheint. Bankenkrisen, Tsunamis, Erdbeben, globale Erwärmung, Kriege wie der aktuelle Ukrainekrieg, Intoleranz und vieles mehr lassen uns im Glauben wanken. Alles wirkt auf uns so bedrohlich, als gäbe es keine Hoffnung für uns.

Mit dem Lied „Holz auf Jesu Schulter – Kyrie eleison – wurde die Angst zum Ausdruck gebracht.

Für den Weg zur nächsten Station durften immer zwei Personen einen Stein aus einem Korb nehmen, um sich dann auf den Weg zu begeben und sich dabei über ihre Ängste auszutauschen. Die Kinder bekamen für ihre Tüte einen kleinen Stein, auf dem ein Engel aufgemalt war.

Bei der zweiten Station ging es darum, seine Angst vor Gott zu bringen.

Die Bibelstelle berichtet von den Jüngern, die ihre Gedanken austauschten, als Jesus zu ihnen kam. Sie aber erkannten ihn nicht, weil sie mit Blindheit geschlagen waren. Er sprach zu ihnen: „Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?

Ohne, dass die beiden Jünger es wussten, hatte Jesus ihnen zugehört, was sie umtrieb in ihrer Angst. Er hatte ein Ohr für sie.

Es kam dazu der Impuls, dass auch wir auf Gott vertrauen können, und darum die mitgebrachten Steine an dem auf der Wiese stehenden Kreuz ablegen dürfen.

Die Kinder konnten ihre Steine behalten und erhielten eine Feder für ihre Tüte, als Zeichen wie leicht es wird, wenn die Angst am Kreuz abgelegt werden darf.

Die Station drei beschäftigte sich mit dem Licht, das den Jüngern aufging.

Dazu trafen sich alle am Vorplatz einer Scheune, wo schon eine Feuerschale mit Holz vorbereitet war.

Die Bibelstelle erzählt davon, dass sie das Dorf erreichten und Jesus drängten bei ihnen zu bleiben, da es schon Abend wurde. „Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn.“

Licht und Wärme erreichten die Jünger.  Symbolisch wurde dafür das vorbereitete Holz entzündet.

Nach Worten, in denen deutlich wurde, dass die Angst einen Ausweg hat und mit der Anwesenheit Jesu das Licht in der schwärzesten Nacht Einkehr hält, tanzte die Gemeinde zum Lied „Manchmal feiern wir mitten im Tag“ um das Feuer herum.

Die Kinder erhielten eine Kerze für ihre Tüte.

Dann ging es weiter zur vierten Station zum gemeinsam feiern

In der Bibel steht, dass die zwei Jünger sofort nach Jerusalem aufbrachen, wo sie die elf anderen Jünger versammelt fanden. Diese erzählten ihnen, dass der Herr wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen sei. Da konnten auch sie berichten, wie es ihnen mit Jesus erging.

Den Anwesenden wurde verdeutlicht, was es wohl für die damaligen Menschen bedeutete, dieses „Christus ist auferstanden?“ Welche Freude sie empfunden haben müssen, dass Jesus auferstanden ist und damit ihre Hoffnung genährt wurde, dass nicht der Tod das letzte Wort hatte.

Mit einem gemeinsamen Agapemahl, das als Zeichen dafür steht, dass Christus unter uns ist und wir über die Konfessionen hinweg in Gemeinschaft miteinander verbunden sind, wurden Brot und Saft verteilt.   Nach dem Segen und dem Lied „Alle Knospen brechen auf“ fand dieser Emmausgang-Gottesdienst einen wunderschönen Abschluss.

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