Impressionen unserer Kar- und Ostertage

Unsere Gemeinde feierte gemeinsam die Karwoche und die Ostertage. Nachfolgend  Bildeindrücke und spirituelle Impulse aus den Gottesdiensten wie die Geschichte vom Gründonnerstag „Ein Kreislauf der Freude und des Guten“ und die Fürbitten aus der Osternacht.
Palmsonntag

Die Palmsonntagsgottesdienste waren für die Erstkommunionkinder ein besonderes Erlebnis. In der Predigt hatte Pfr. Begovic die Bedeutung der zahlreichen symbolischen Zeichen und Handlungen der Karwoche in kindgerechter Weise erklärt. Zum Beispiel der Einzug in Jerusalem auf einem Esel, statt auf einem Pferd, die Fußwaschung beim letzten Abendmahl oder das Schlafen der Jünger im Garten Getsemani.  Die Kinder hatten eine Menge an Palmen selbst gebastelt, die dann bei den Prozessionen in Wannweil und Kirchentellinsfurt durch die Kirchen getragen wurden. (Alex Bernhard)

Gründonnerstag

Gemeinsame Feier zur Erinnerung an das letzte Abendmahl mit der Fußwaschung

„Ich habe Euch ein Beispiel gegeben“ sagt Jesus, tut einander Gutes… 

Ein Kreislauf der Freude und des Guten (Geschichte nach Willy Hofsümmer)

Eines Tages kommt ein Landwirt, den der Bruder Pförtner gut kennt. In der Hand hat er eine große Weintraube mit herrlich gelben saftigen Beeren.

»Bruder Pförtner, ich habe die schönste Weintraube aus meinem Weinberg mitgebracht. Raten Sie mal, wem ich damit eine Freude machen will?« Der Bruder überlegt. »Wahrscheinlich dem Abt oder sonst einem Pater, ich weiß es nicht.« »Ihnen!« — »Mir?« Der Bruder wird ganz rot vor Freude. »Mir? Sie haben an mich gedacht?« Er findet kaum Worte. »Ach ja«, sagt der Bauer glücklich, »wir sprechen so oft miteinander, und ich brauche so oft ihre Hilfe, warum soll ich ihnen nicht mal eine Freude machen?« Und die Freude, die er im Gesicht des anderen sieht, die macht ihn selbst innerlich froh.

Der Bruder Pförtner legt die Weintraube vor sich hin. Ach, die ist viel zu schön, um etwas davon abzupflücken. Den ganzen Nachmittag erfreut er sich an ihrem Anblick. Dann hat er eine Idee: »Wenn ich die jetzt unserem Vater Abt schenke, was für eine Freude wird der haben!« Und der Bruder gibt die Traube weiter.

Der Abt freut sich wirklich. Und als er abends einen kranken Pater in seinem Zimmer besuchen will, da kommt ihm der Gedanke: »Den kannst du sicher mit dieser Traube frohmachen.« So wandert die Traube weiter. Und sie bleibt nicht bei dem Kranken. Sie wandert immer weiter. Schließlich bringt sie ein Mönch wieder zum Bruder Pförtner, um ihm eine Freude zu machen. Er wusste natürlich nicht, dass die Weintraube von ihm ausgegangen war. So hatte sich der Kreis geschlossen. Ein Kreis der Freude.

Karfreitag

Feier vom Leiden und Tod Christi

Gedanken zum Karfreitag

von Pfarrer Tomas Begovic

Warum das Kreuz? Warum das Leid? Warum musste der Messias, der für uns der Heilsbringer sein soll, leiden? Diese Frage hat schon die ersten Christen in große Erklärungsnot gebracht, existenti­ell und theologisch. Wer erklärt es uns, wie können wir es verstehen? Was sagt die Schrift dazu? Der Blick auf den leidenden Gottesknecht im Buch des Propheten Jesaja hat ihnen geholfen, das Unfassbare fassbar zu machen und die Bedeutung des Todes Jesu besser zu verstehen. Sein schmachvoller Tod am Kreuz zeigt einerseits, wie grausam Menschen sein können. Er macht aber auch deutlich, wie weit Jesus in seinem stellvertretenden Handeln geht, bis hin zur freiwilligen Hingabe seines eigenen Lebens. Aus Liebe zu Gott, seinem Vater. Aus Liebe zu uns, den Menschen.

Auch wenn sein Weg in die Tiefe menschlichen Leids und in den Abgrund menschlicher Schuld führt – am Ende steht die Botschaft der Hoffnung: Der Tod hat, Gott sei Dank, nicht das letzte Wort. Denn Gott wird Jesus aus dem Tod ins Leben rufen. Und durch seinen Tod wird uns neues Leben geschenkt.

Osternacht

Tanz ums Osterfeuer

Fürbitten Osternacht 2023

Als Jesus Maria von Magdala mit ihrem Namen anspricht, erkennt sie ihn als den Auferstandenen. Im Vertrauen, dass er auch uns kennt und für uns als der Lebendige da ist, bringen wir unsere Bitten durch ihn zu Gott, zu seinem und unserem Vater:

Bitten:
Ein Engel vom Himmel wälzte den Stein vom Grab Jesu weg.
Wir beten für die Menschen, die gefangen sind in den Gräbern von Krieg, Gewalt, Terror, Vertreibung und Tod – in der Ukraine, in Syrien, in Afghanistan, in Afrika und anderswo. Lass sie den Trost Deiner Nähe erfahren.

V: Jesus, unser Herr, Du Auferstandener A: Wir bitten dich, erhöre uns.
Maria von Magdala sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Für die Menschen in Israel und Palästina, wo Steine von Unfrieden und Feindseligkeit Menschen gegeneinander aufbringen; für die Menschen in den verschiedenen Religionen dort – für die Jüdinnen und Juden, die jetzt Pessach feiern, für die Muslime, die gerade den Fastenmonat Ramadan begehen; und für die Christinnen und Christen, die Ostern feiern. Beschenke sie mit Deinem Frieden.

V: Jesus, unser Herr, Du Auferstandener A: Wir bitten dich, erhöre uns.
Maria von Magdala verkündete den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen.
Wir beten für alle, die aus ihrem Glauben heraus ihr Leben gestalten; für alle, denen der Glaube Halt und Stütze in schweren Zeiten ist; für alle, die nicht oder nicht mehr glauben können; für uns selbst auf unserem Lebens- und Glaubensweg.

V: Jesus, unser Herr, Du Auferstandener A: Wir bitten dich, erhöre uns.
Der Engel wälzte den Stein vom Grab Jesu weg und setzte sich darauf.
Wir beten für unsere Erstkommunionkinder und die neugetaufte Chiara Laura, für Linus, der heute das Sakrament der Firmung empfing und für unsere ganze Gemeinde – lass uns in der Freude der Auferstehung leben.

V: Jesus, unser Herr, Du Auferstandener A: Wir bitten dich, erhöre uns.
Schlussgebet: Lebendiger und Leben schaffender Gott, so wie Jesus rufst du auch uns zum Leben. Auch heute willst du die Steine wegräumen, die uns am Leben hindern. Darauf hoffen wir und darauf vertrauen wir mit Jesus Christus, deinem Sohn, den du von den Toten auferweckt hast, in dieser Zeit und Ewigkeit. Amen

(Vorlage Bistum Trier)

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