Vortrag im Themenforum: „Sei gut zu dir selbst – Wie du glücklich lebst mit Resilienz“
Am Abend des 7. November 2024 fand im katholischen Gemeindezentrum St. Stephanus in Kusterdingen ein Vortrag zum Thema „Sei gut zu dir selbst – Wie du glücklich lebst mit Resilienz“ statt. Die Veranstaltung war Teil des Themenforums und erfreute sich mit rund 40 interessierten Teilnehmern großem Interesse.
Von Josef Göppert
Resilienz als Antwort auf die Herausforderungen der heutigen Zeit
Die Referentin des Abends, Schwester Christiana Schlotter – Franziskanerin und psychologische Psychotherapeutin – eröffnete den Vortrag mit dem Hinweis, dass sie auf wissenschaftliche und medizinische Inhalte eingehen würde, aber auch langjährigen Erfahrung, u. a. aus ihrer Praxis in Rottenburg einbringen wird.
Schwester Christiana ging darauf ein, wie Krisen uns auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene herausfordern. Sie erläuterte, dass Resilienz als psychische Widerstandskraft beschrieben werden kann, die uns hilft, gestärkt aus schwierigen Situationen hervorzugehen. Zentral für diese Widerstandskraft ist der Rückgriff auf Kraftquellen, zu denen für viele Menschen auch der Glaube zählt.
Stress und seine Auswirkungen auf Körper und Psyche
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf den körperlichen und psychischen Auswirkungen von Stress. Schwester Christiana erklärte, dass das Alarmsystem im Gehirn, die Amygdala, für die Stressreaktion verantwortlich ist. Diese Funktion, die uns evolutionär gesehen helfen soll, Gefahren zu begegnen, kann uns in der modernen Welt oft im Weg stehen. Denn während Stress kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit fördern kann, führt andauernder Stress zu gesundheitlichen Problemen und einer Abnahme der Lebensqualität.
Teufelskreise durchbrechen: Praktische Ansätze für den Alltag
Um den Teufelskreisen, die durch Stress entstehen, entgegenzuwirken, stellte Schwester Christiana verschiedene Übungen und Ansätze vor. Zum Beispiel können Muskelanspannungen durch gezielte Entspannungsübungen gelöst werden. Auch das bewusste Atmen – vor allem tiefes Ein- und Ausatmen – hilft, den Körper zu beruhigen. Achtsamkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Das einfache Wahrnehmen von Sinneseindrücken wie Sehen, Hören oder Spüren, ohne diese zu bewerten, kann helfen, negative Gedankenspiralen zu durchbrechen.
Akzeptanz statt Kampf: Ein Weg zu mehr Gelassenheit
Ein zentrales Anliegen der Referentin war die Botschaft, dass Gefühle und Stress nicht einfach „abgeschaltet“ werden können. Stattdessen sei es hilfreicher, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren. Ein solcher Ansatz, geprägt von Akzeptanz und Toleranz gegenüber dem Unveränderbaren, könne helfen, Stress und Gefühle langfristig besser zu bewältigen. Für gläubige Menschen könne es auch entlastend sein, Sorgen und Probleme im Gebet „vor den Herrn“ zu bringen.
Reges Interesse und Austausch in der Diskussion
Nach dem Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, in der die Teilnehmenden eigene Erfahrungen teilten und Fragen stellten. Ein wichtiger Aspekt der Diskussion war, welche Maßnahmen jeder Einzelne für mehr Resilienz ergreifen kann. Der Einfluss von sozialen Kontakten, Vertrauen in die Gemeinschaft und die Kraft der Gruppe wurde dabei besonders hervorgehoben.
Zum Abschluss dankte Josef Göppert Schwester Christiana herzlich für den gelungenen Vortrag. Er wünschte allen Anwesenden, dass sie mit der gewonnenen Erkenntnis und einer Haltung der Akzeptanz den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können. Als Anerkennung erhielt die Referentin ein kleines Präsent der Kirchengemeinde.