Das Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“

In der Politik wabern große Wortungetüme in die Öffentlichkeit, wenn es um neue Gesetze geht. Und gleichzeitig führen sie trotzdem in die Irre. So z.B. das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“. Es suggeriert, dass es nur eines Gesetzes bedarf, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Weitere Gesetze mit starken Worten gefällig, bitte schön: Wachstumschancengesetz, Bürokratieentlastungsgesetz oder das Zukunftsfinanzierungsgesetz.

So ähnlich kommt es einem vor, wenn man von dem Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“ und den „Zukunftsauschüssen“ aus unserer Diözese erfährt. Die erste Reaktion: jetzt beginnt endlich die Zukunft, die ultimative Erneuerung unserer Kirche. Da müssen wir Sie leider enttäuschen.

Von Rainer Degen

Das Ziel des Projekts

Das Ziel des Projekts ist es, den nichtsakralen Gebäudebestand der Kirchengemeinden für eine zukunftsfähige, nachhaltige und gemeinwohlorientierte Nutzung zu optimieren und entsprechend anzupassen wie Georg Moser in seinem Betrag auf der Homepage der Diözese schreibt. Es geht lapidar ausgedrückt darum, die enormen Kosten für die Liegenschaften in den Griff zu bekommen.

Der Hintergrund seien die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder, sowie das erklärte Ziel der katholischen Kirche in Württemberg, bis ins Jahr 2040 die Klimaneutralität in ihrem Zuständigkeitsbereich zu erreichen. Dafür sollen die beheizten Gebäudeflächen der Kirchengemeinden um 30 Prozent reduziert werden. Man beginne dabei zunächst bei den über 3.000 nichtsakralen Gebäuden: Gemeinde- und Pfarrhäuser, Kindergärten sowie Wohnhäuser so Moser weiter.

Organisatorisch hat man, um das Projekt zu managen, die Stelle des sogenannten Regionalmanagers geschaffen. „Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, unsere kirchlichen Gebäude und Ressourcen den Anforderungen der modernen Gesellschaft anzupassen. Gemeinsam können wir nachhaltige Strukturen schaffen und unsere Kirche noch näher in die Mitte der Gesellschaft und zu den Menschen bringen“, so der für unsere Seelsorgeeinheit zuständige Regionalmanager Raphael Steur in seinem Grußwort zum Neuen Jahr. So kann man Einsparungen natürlich auch beschreiben.

Zukunftsausschüsse: Die Kirchengemeinden müssen ihren Beitrag leisten

Um nun das Projekt rasch voran zubringen, sollen die einzelnen Kirchengemeinden sogenannte „Zukunftsausschüsse“ bilden. So kann Herr Steur bereits erste Erfolge vermelden: „Bereits in 165 von 231 Seelsorgeeinheiten/Gesamtkirchengemeinden der Diözese wurden Zukunftsausschüsse gegründet und konnten fleißig ihre Arbeit aufnehmen – das entspricht 71,43 %. Auch das Dekanat Rottenburg kann erste Zukunftsausschüsse vorweisen: 2 der 8 Seelsorgeeinheiten haben bereits Zukunftsausschüsse gegründet, 2 weitere ZAs befinden sich in der Gründung, in 4 Seelsorgeeinheiten steht die Gründung noch aus“.

Unsere Kirchengemeinde befindet sich noch in der Vorbereitung eines solchen Ausschusses. Sobald es erste konkrete Ergebnisse gibt, werden wir euch darüber informieren.

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