Der Mensch hat das Bedürfnis nach erledigten Dingen. Am besten mit einem positiven Ende. So etwa ist nun das erste halbe Jahr von 2025 geschafft. Abgehakt. Den Sommer nutzen dann viele von uns um durchzuschnaufen, abzuschalten und Kräfte zu sammeln für die zweite Hälfte von 2025.
In diesem Sinne wünscht das Team Öffentlichkeitsarbeit alles Gute in den kommenden Wochen.
Ab dem 15.9.2025 gehen wir dann wieder auf Sendung.
Gut behütet durch den Sommer
Um gut behütet zu sein, hier zum Nachlesen noch mal den Artikel von Pfarrer B. Backenstrass zum Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ aus dem Pfingstbrief. Weil er der Hirte ist, teilt er das Leben mit seiner Herde, Tag und Nacht, draußen und unterwegs.
Unsere Reihe über Psalmen mit Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte“
Der Hirte ist ein Leitmotiv, das in vielen biblischen
Stellen zu finden ist. Auch im Psalm 23
ist dieses Motiv von zentraler Bedeutung. Der
Psalm erwähnt eine Bergwelt und die einfachen
Bilder sprechen unser Herz an: grüne
Auen, klares Wasser, ein guter Weg und auch
das dunkle Tal. Der fürsorgliche Hirt ist bei
seiner Herde am Wasser. Ich erinnere mich
an eine lange Wanderung in den Alpen,
dabei habe ich ganz unerwartet ein Schaf
gefunden, das verletzt und erschöpft war.
Meinen Fund konnte ich dem Hirten, der mit
seiner Herde nicht weit entfernt war, auch
melden. Er antwortete mir: „Es ist unmöglich,
dass ich die Herde verlasse, um mich
um das verlorene Schaf zu kümmern.“ Ich
dachte sofort an die Worte Jesu im Evangelium:
„Wenn jemand hundert Schafe hat und
eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann
nicht die neunundneunzig auf den Bergen
zurück und sucht das verirrte?“ (Matthäus 18,
12-14).
Die Wirklichkeit ist anders: Denn von
Vers 1 bis 3 stellt der Psalm den guten Hirten
vor, der seine Herde führt und sich um
jedes einzelne Schäflein kümmert. Das Bild
vom guten Hirten hat sich schnell verbreitet
in der Urkirche; es gab viele Darstellungen in
den Katakomben in Rom. Es hat die Christen
in der Urkirche besser angesprochen als das
Kreuz, das ein Skandal war.
Wer Ist Gott? (JHWH*) Er kümmert sich um
den Menschen wie ein guter Hirt, immer auf
der Suche nach neuen Weideplätzen. Er ist
ein Wegbegleiter!
1 (JHWH) ist mein Hirte, so fehlt mir
nichts,
2a auf grünen Weiden lässt er mich
lagern.
2b Zur Ruhe an Wassern führt er mich.
3a Meine Lebenskraft lässt er zurückkehren.
3b Er geleitet mich auf Wegen des Heils
3c um seines Namens willen.

Die Herde hat alles, was sie braucht (Weideplätze,
frisches Grün, Wasserstellen, sichere
Ruheplätze …). Weil er Hirte ist, teilt er das Leben
mit seiner Herde, Tag und Nacht, draußen
und unterwegs. Die Wege, die dieser Hirte
geht, sind gangbar. An schwierigen Stellen ist
er da, um schwachen Tieren bei gefährlichen
Stellen zu helfen und er schützt sie mit seinem
Hirtenstab vor dem tödlichen Absturz. Mit der
umgehängten Keule wehrt er die wilden Tiere
ab. Auch heute sucht Gott jeden einzelnen
Menschen, er kümmert sich um ihn. Der gute
Hirt gibt Kraft und Schutz, er schenkt Trost in
den Prüfungen des Lebens, bei Krankheit oder
bei Schicksalsschlägen.
Wer ist Gott? (JHWH) Er schützt mich in den
Gefahren
4a Auch wenn ich gehen muss
4b durchs Tal der Finsternis,
4c fürchte ich nicht Unglück,
4d denn du bist mit mir,
4e deine Keule und dein Stab
4f die geben mir Mut.
Wer ist Gott (JHWH)? Er ist Gastgeber (V.5): Er
gibt den gedeckten Tisch, übervolle Becher,
festliche Stimmung; sein Haus ist voller Glück
und Freundlichkeit. Wer möchte das nicht?
Und diese Verheißung wird unserer Welt geschenkt,
trotz Finsternis, Unheil, Feinden und
Widerwärtigkeiten! Es ist keine Hirtenidylle.
„Alle Bücher, die ich gelesen habe, haben mir
diesen Trost nicht gegeben, den mir dies Wort
der Bibel gab.“ (Immanuel Kant)
5a Du rüstest vor mir ein Mahl
5b im Angesicht meiner Widersacher.
5c Du salbst mit Öl mein Haupt,
5d mein Becher ist übervoll.
Für die Hebräer erwähnt dieser Psalm den
Exodus aus Ägypten; 40 Jahre lang hat Gott
sie auf ihrem Weg in der Wüste geführt bis
ins verheißene Land.
Jesus hat nächtelang zu seinem Vater gebetet
– ich denke, dass dieser Psalm ihn besonders
betroffen hat. Jesus ist wahrhaftig der gute
Hirt! Er gibt sein Leben hin. (Johannes 10,11)
Er war tagtäglich für seine Mitmenschen da.
Er ist auch für uns da! Er geht mit, er bereitet
immer ein Mahl, zu dem wir eingeladen
sind. Das ist unser Trost in der Finsternis.
6a Fürwahr, Glück und Güte werden
mich verfolgen
6b alle Tage meines Lebens,
6c und ich werde zurückkehren ins
Haus JHWHs,
6d solange mir Tage geschenkt werden.
Viele beten diesen Psalm aus tiefstem Herzen
in ganz unterschiedlichen Lebenslagen.
Mönche etwa sprechen alle 150 Psalmen wöchentlich
im Stundengebet. Wer sich verlassen
fühlt, kann im Vertrauen auf Gott neuen
Mut fassen. Er begleitet uns als guter Hirt –
wir sind in seinen Händen und von ihm geliebt.
Möge dieser Psalm zu einem „Herzensgebet“
werden für uns heute!
Mögen wir für andere
auch ein guter Hirt sein: Das ist eine Herausforderung!
Pfarrer B. Backenstrass
*JHWH ist der Eigenname des Gottes Israels in der hebräischen Bibel.