Am 31.1.2026 fand die Gemeindeversammlung in unserem Gemeindezentrum statt, zu der der Kirchengemeinderat unter dem Motto „Gemeinsam Neues wagen“ eingeladen hatte. Ziel der Gemeindeversammlung war es, über die anstehenden Herausforderungen zu informieren, vor der die Kirchengemeinde in naher Zukunft steht, sowie das Konzept vorzustellen, das der Kirchengemeinderat entwickelt hatte, wie diese Herausforderungen nicht nur bewältigt, sondern auch mit einem neuen Aufbruch verbunden werden können.
Von Michael Steibli
Die Herausforderungen sind:
- Die Diözese hat den Kirchengemeinden vorgegeben, ein Konzept vorzulegen, wie perspektivisch 30% der beheizten nicht-sakralen Flächen eingespart werden können. Zudem sollen alle Gebäude der Kirchengemeinden bis spätestens 2045 klimaneutral werden.
- Unter dem Motto „Seelsorge in neuen Strukturen“ hat die Diözese einen organisatorischen Umstrukturierungsprozess eingeläutet, als dessen Ergebnis aus den derzeit bestehenden 1.020 selbständigen Kirchengemeinden 50-80 neue Groß-Kirchengemeinden gebildet werden sollen. Die bisherigen örtlichen Gemeindestrukturen und das Gemeindeleben sollen dabei weitgehend erhalten bleiben. Für unsere Kirchengemeinde zeichnet sich ein Zusammenschluss mit den Tübinger und Mössinger Kirchengemeinden ab. Dieser Umstrukturierungsprozess soll bis 2030 abgeschlossen werden.
Mit dem Thema Einsparungen der nicht-sakralen Flächen hatte sich in der Gemeinde ein „Zukunftsausschuss“ beschäftigt, der dem Kirchengemeinderat (KGR) Vorschläge unterbreitet hat. Nach eingehender Debatte hatte der KGR auf seiner Klausurtagung im November 2025 beschlossen, zur Umsetzung der diözesanen Vorgabe vorzuschlagen, das Pfarrhaus in Kirchentellinsfurt zu veräußern, das Pfarrbüro ins Gemeindezentrum nach Kirchentellinsfurt zu verlegen und einen bisher beheizten Aufenthaltsraum in einen unbeheizten Lagerraum umzuwandeln. Bereits auf diese Weise lässt sich ungefähr die Vorgabe von 30% erfüllen.
Für den Fall, dass diese in Aussicht genommenen Maßnahmen nicht ausreichen sollten, würde dann zusätzlich der Plan verfolgt werden, die Kirche in Kusterdingen in das Gemeindehaus nebenan zu verlegen und das bisherige Kirchengebäude samt Grundstück zu veräußern. Zunächst aber ist der KGR zuversichtlich, dass dies nicht notwendig werden wird.
Auf die Vorstellung dieser Situation folgte eine lebhafte Diskussion. Alternativen und Fragen wurden besprochen. Welche Wertekriterien gibt es für die Aufgabe und/oder Nutzung von Gebäuden? Wie wird die Erreichbarkeit vor Ort sein? Wäre eine Doppelnutzung von Kirchenräumen mit der evangelischen Gemeinde möglich?
Vorschläge, wie Chancen für zusätzliche neue Gottesdienstformen, Kirche im Grünen, eine bessere Sichtbarkeit durch Konzerte und Veranstaltungen wurden eingebracht. Die Fragen und Vorschläge zeugten vom Aufbruchwillen der Gemeinde, auf die Situation nicht nur zu reagieren, sondern mit neuem Mut und Vertrauen auf Jesus Christus die Aufgaben anzugehen und das Gemeindeleben zu beleben. Der KGR stellte dazu die Struktur vor, wie das Gemeindeleben künftig organisiert werden kann.
Die zahlreichen Aktivitäten im Gemeindeleben und die Organisationsstrukturen wurden fünf Themenbereichen zugeordnet, die als „Handlungsfelder“ überschrieben sind. Zweck der Zuordnung ist, die Verantwortlichkeit auf mehr Schultern zu verteilen, Ansprechpartner zu benennen und die bestehenden Gruppen besser in den gemeindlichen Zusammenhang einzubinden und bekannt zu machen. In den Handlungsfeldern sollen thematische Impulse einfließen und Gemeindemitglieder zum Mittun angeregt werden. Die Handlungsfelder werden jeweils von einem Team aus dem KGR und weiteren Interessierten, die dem KGR nicht angehören, organisiert.
Die Handlungsfelder und ihre Struktur sind in der gesonderten Grafik (Link) ersichtlich: hier
Manche hätten sich vielleicht die Vorstellung eines fertigen Konzepts gewünscht, wie angesichts der vielen Herausforderungen unserer Zeit – Unzufriedenheit über fehlende Reformen, Missbrauchsdebatte, Kirchenaustritte, schwindende Bindung an Kirche und Gemeinde, abnehmende Zahl pastoraler Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen usw. – die Kirche der Zukunft aussehen soll. Aber diese Aufgabe können wir nur gemeinsam angehen. Der Grundstein ist gelegt. Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen, ihre Ideen, Visionen, Wünsche, Vorstellungen und Kritik einzubringen, in den vielen verschiedenen Initiativen, Gruppen, und Arbeitskreisen mitzuarbeiten oder einfach an Angeboten und Veranstaltungen teilzunehmen und so zum Zusammenhalt, zur gegenseitigen Unterstützung und zu einer lebendigen Gemeinschaft beizutragen.
Außer an die genannten Ansprechpartner können sich alle Interessierten auch direkt an den KGR wenden unter .