Während der Wandlung hören wir seit Dezember einen neuen Namen: Klaus. Der von ihm verfasste Hirtenbrief zur Fastenzeit lag in unseren Kirchen aus. Und in unseren Sakristeien hängt ein neues Bild. Diese Neuerungen hängen mit Dr. Klaus Krämer zusammen. Unsere Diözese Rottenburg-Stuttgart hat seit dem 1.12.2024 einen neuen Bischof.
von Johanna Rebholz
Unser Bischof ist eine Person, die schon zahlreiche berufliche Stationen und Ämter betreute. Er engagierte sich als Jugendlicher ehrenamtlich in seiner Gemeinde, studierte neben katholischer Theologie auch Jura, promovierte über den mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin, war unter anderem Bischöflicher Sekretär von Walter Kaspar, in der Ausbildung von Seelsorger*innen tätig, Präsident von Missio sowie des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und war zuletzt wieder Domkapitular unserer Diözese. Außerdem ist er Autor und Herausgeber von theologischen Fachbüchern und -artikeln. Zusammengefasst kann man festhalten, dass Krämer ein Experte für humanitäre, entwicklungspolitische und religiöse Zusammenarbeit auch weltweit ist, andererseits ist er aber auch ein Gewächs unserer Diözese.
Austausch ist der Schlüssel
Besonders in seiner Arbeit mit der Weltkirche hat er die Erfahrung gemacht, dass der Austausch eine hohe Bedeutung hat. Dies möchte er auch in unserer Diözese vertiefen. Den auf den verschiedenen Ebenen der Kirche beschrittenen Weg der Synodalität sieht er als große Chance und will dies auch in der Diözese weiterverstärken, beispielsweise indem er vorhat, viele verschiedene Gruppierungen und Gemeinden zu besuchen, um so auch Ideen und Aufbrüche mitzubekommen. Auf den Einwand, dass ein solches Vorgehen sehr zeitintensiv und nicht effektiv sei, entgegnet er: „Wenn ich alles vorgeben würde, dann würde es auch enorm viel Zeit brauchen, bis das akzeptiert und umgesetzt wäre. […] Ich denke, die Zeit, die Dinge gut zu diskutieren
und auch so gut es geht eben auch Konsense in den Grundfragen zu finden, zahlt sich am Ende aus.“
Blick in die Zukunft
Zu den großen anstehenden Themen zählt Krämer die weitere Aufklärung der Missbrauchsfälle sowie das kritische Hinterfragen der gesamten Organisationsstruktur
unserer Diözese – von der Leitungsebene bis in die Gemeinden. In verschiedenen Gremien sollen Veränderungen im strukturellen, personellen und finanziellen Bereich kritisch überprüft werden, wobei die Zukunftsausschüsse (Genaueres dazu in unserem Magazin auf S. 7) einen ersten Schritt bedeuten und noch von seinem Vorgänger initiiert wurden. Dabei gibt er zu bedenken, dass man sich bei Überprüfung nicht nur in technischen und strukturellen Fragen verstrickt, sondern immer im Blick behält, wofür Kirche eigentlich da ist und dass die Änderungen den Menschen in unserer
Diözese bestmöglich zugutekommen. „Wir müssen manches hinter uns lassen, was wir liebgewonnen haben, an was wir uns gewöhnt haben, es braucht Raum für Trauerarbeit, aber wenn man spürt, dass etwas Neues an die Stelle tritt und dass das für die Zukunft dann das Richtige ist, dann kann man, glaub ich, diesen Prozess auch positiv angehen.“
Ich kann dazu abschließend nur sagen, dass ich hoffe, dass diese hehren Ziele sich auch in der Realität umsetzen lassen.
Quellen:
https://www.katholisch.de/artikel/57542-kraemer-organisationsstrukturen-unserer-dioezese-kritischhinterfragen
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neuer-rottenburger-bischof-klaus-kraemer-auch-verheiratete-maenner-koennten-priester-sein.96296655-085c-4b69-b8a1-837651dce03b.html
https://www.swr.de/swr1/swr1leute/bischof-rottenburg-stuttgart-klauskraemer-
ueber-herausforderungender-katholischen-kirche-100.html
’s Kirchenbänke mit Bischof Dr. Krämer: https://www.youtube.com/watch?v=9K8_UAJXF10&t=302s