Aufklärungsveranstaltung im Themenforum St. Stephanus Kusterdingen
Am Donnerstag, den 16. Oktober 2025, fand im katholischen Gemeindezentrum St. Stephanus in Kusterdingen ein Vortrag zum Thema „Durchschaut – Betrug am Telefon“ statt. Im Rahmen des Themenforums begrüßte Josef Göppert die Besucherinnen und Besucher im Namen der Kirchengemeinde.
Die Referentinnen Ulrike Guthknecht-Altenhein und Vera Eisenkolb (beide Kreisseniorenrat Tübingen) informierten in ihrem ehrenamtlichen Vortrag über aktuelle Betrugsmaschen am Telefon, die besonders ältere Menschen treffen. Sie berichteten aus der Praxis: Allein in der Region Tübingen, Reutlingen und Esslingen wurden im vergangenen Jahr 360 Fälle mit einer Schadenssumme von rund 2,3 Millionen Euro bekannt – bundesweit waren es über 6.600 gemeldete Fälle. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, da sich viele Opfer aus Scham nicht melden. Ihr Appell war klar: „Schuld sind die Täter – melden Sie jeden Fall!“
Wie Betrüger vorgehen
Anhand realistischer Beispiele erklärten die Expertinnen die Vorgehensweise der Täter bei sogenannten „Enkeltricks“, „Schockanrufen“, „falschen Polizeibeamten“ oder Betrügereien über Messenger-Dienste. Ein typischer Einstieg lautet etwa: „Rate mal, wer dran ist?“ – so versuchen die Täter, unbemerkt Namen und Informationen zu erlangen. Häufig wird eine Notlage – etwa ein Unfall oder eine Verhaftung – vorgetäuscht, um emotionalen Druck aufzubauen. Immer geht es um Geld oder Wertsachen, die angeblich dringend übergeben werden müssen – und stets mit dem Hinweis, mit niemandem darüber zu sprechen.
Praktische Tipps zum Schutz
-
- Nicht mit Namen am Telefon melden, sondern einfach mit „Hallo“.
- Keine persönlichen oder familiären Details preisgeben.
- Codewörter innerhalb der Familie vereinbaren, um echte Notlagen zu erkennen.
- Niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben.
- Rückruf nur unter bekannten Telefonnummern.
- Eintrag im Telefonbuch löschen lassen.
- Bei Verdacht sofort auflegen und Hilfe holen.
Auch auf andere Betrugsformen wie angebliche Gewinnversprechen, falsche Microsoft-Mitarbeiter oder Nachrichten über WhatsApp und E-Mail wurde hingewiesen. Besonders nachts eingehende Anrufe sollen Menschen in eine Stresssituation bringen – daher sei es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich Rat bei Vertrauenspersonen zu holen.
Hilfe für Betroffene
Opfer von Telefonbetrug sollten sich nicht schämen, sondern Anzeige erstatten – etwa bei der Polizeidienststelle Kirchentellinsfurt (07121 / 5153630) oder über den Notruf 110. Auch der Weiße Ring bietet Unterstützung an.
Zum Abschluss ermutigten die Referentinnen die Teilnehmenden, das Gehörte im Freundes- und Bekanntenkreis weiterzugeben: „Jede und jeder kann helfen, Betrug zu verhindern.“
Begleitendes Informationsmaterial lag zum Mitnehmen bereit – und viele der Anwesenden nutzten die Gelegenheit, sich persönlich beraten zu lassen.


Herzlichen Dank an das Team und die Referentinnen für das Aufgreifen und die Publizierung dieses Themas. Ich/Wir waren tatsächlich im selben Zeitraum mit einer Attacke im Verwandtenkreis konfrontiert. Da haben die Hinweise zu den Täterstrategieen nützliche Informationen geliefert. Ich kann nur die Angehörigen der „Zielgruppe “ auffordern, sich proaktiv um den Schutz der älteren Angehörigen zu kümmern. Die nötigen Hilfsmittel wurden ja aufgezeigt.