Ökumenisches Wort der vier großen Kirchen zur Bundestagswahl

Die vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg haben einen gemeinsamen Aufruf zur bevorstehenden Bundestagswahl verfasst. In ihrem Aufruf richten sie an die Bürgerinnen und Bürger die Bitte, am 23. Februar eine Wahlentscheidung zu treffen, die auf Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt basiert.

Unterzeichnet wurde dieser gemeinsame Aufruf von der Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, Prof. Dr. Heike Springhart, dem Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, dem Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Klaus Krämer, und dem Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, Stephan Burger.

Am 23. Februar sind wir aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Einige politische Strömungen versuchen gezielt, Ängste zu schüren und bestimmte Menschengruppen abzuwerten, um Wahlentscheidungen zu beeinflussen. So wird aus politischem Kalkül gezielt eine gesellschaftliche Spaltung unserer Gesellschaft in Deutschland, Europa und der Welt vorangetrieben. Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber, gerade auch bei der Entscheidung, wem wir bei einer Wahl unsere Stimmen geben. Eine lebendige Demokratie lässt sich nicht von Ängsten und Unsicherheiten lähmen, sondern begegnet ihnen mit Energie und Weitsicht. Dank der Verfassung, die wir haben, ist unsere Demokratie stark, um auch mit herausfordernden Situationen umzugehen. Daraus können Zuversicht und Mut wachsen, sich von den vielen Ungewissheiten und Krisen unserer Zeit nicht beherrschen zu lassen. Viele Menschen finden Trost durch ein wichtiges Wort der Bibel: „Fürchtet euch nicht!“

All unserer Furcht zum Trotz schenkt Gott den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Gerade im Jahr des 80. Jahrestags des Kriegsendes ist diese Erinnerung eine wichtige Mahnung, gesellschaftlichem Pessimismus nicht nachzugeben. Dieser kann den Blick darauf verstellen, dass es auch in der Vergangenheit Krisen und Herausforderungen gab, die schließlich überwunden wurden. Auch solche Erfahrungen machen Mut für die gemeinsame Bewältigung aktueller Probleme.

Für die bevorstehende Bundestagswahl rufen wir dazu auf, die demokratischen Kräfte zu fördern, die den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken, und die eigene Wahlentscheidung im Geist der Liebe und Besonnenheit zu treffen.

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