Der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat über die zukünftige Gestaltung von Seelsorge und Verwaltung beraten.
Von Rainer Degen
Im Fokus standen neben Marktplatzgesprächen (so der Originalbegriff aus dem ursprünglichen Artikel. Erklärung: Bei Marktplatzgesprächen handelt es sich um ein offenes, interaktives Austauschformat mit Themeninseln und „Experten“ vor Ort. Passt wohl in unsere Zeit horizontaler Führungsstrukturen) zu Digitalisierung und Prozessmanagement vor allem drei Schwerpunkte:
- Neue Kirchengemeinden: Angesichts sinkender Mitglieder- und Ressourcenzahlen geht die Strukturreform in die nächste Phase. Nach regionalen Beratungen wurden zwölf Konzepte für neue Gemeindeformate direkt für das weitere Verfahren freigegeben. Für 13 weitere Vorschläge wurden Prüfaufträge (u. a. bezüglich Katholikenanzahl und kommunaler Grenzen) erteilt. Diese dienen als Orientierung; bis zum 20. September können die Kirchengemeinden ihre finalen Voten abgeben.
Im kirchlichen Verwaltungsrecht und bei solchen Strukturprozessen gilt: Es stimmt nicht das gesamte Kirchenvolk (die einzelnen Mitglieder) ab, sondern der gewählte Kirchengemeinderat (KGR). Der Kirchengemeinderat ist das gesetzliche Vertretungsorgan der Kirchengemeinde. Wenn in dem Text davon die Rede ist, dass „die Kirchengemeinden“ aufgefordert sind, ihre Voten abzugeben, meint das juristisch und praktisch den jeweiligen Kirchengemeinderat als Gremium. Die Räte stimmen nach internen Beratungen stellvertretend für ihre Gemeinden ab und reichen dieses offizielle Votum dann an die Diözese weiter. - Kita-Trägerstrukturen: Um die rund 850 katholischen Kindertageseinrichtungen mit 48.000 Kindern langfristig zu sichern, werden zukunftsfähige Betriebsträgermodelle geprüft. Ziel ist es, Kirchengemeinden vom Verwaltungsaufwand zu entlasten, den Fachkräftemangel zu bewältigen und pädagogische Qualität sowie christliche Werte zu sichern. Diskutiert werden Modelle von regionalen Zusammenschlüssen bis hin zu zentralen Organisationsformen.
- Neue Ausschüsse: Zur inhaltlichen Arbeit des neu gewählten Diözesanrats wurden vier strategische Ausschüsse eingerichtet. Sie widmen sich den Zukunftsthemen gesellschaftlicher Zusammenhalt, nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte/Frieden sowie Gleichberechtigung und Vielfalt.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Zusammenfassung eines Beitrags aus dem DRS Mitarbeiterportal vom 21.6.2026 von Ines Stuck