Wir sind tief betroffen…

Stellungnahme des Kirchengemeinderats zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche und zu der Aktion #OutInChurch.

Als Mitglieder der katholischen Kirche und des Kirchengemeinderats unserer Gemeinde Christus König des Friedens nehmen wir Stellung zu den Themen „Sexueller Missbrauch/Münchner Gutachten“ und zur „Initiative #outinchurch“:

Missbrauch, Vertuschung und Diskriminierung erschüttern uns! Es ist höchste Zeit, dass sich in der Institution Kirche etwas ändert. Es braucht geistliche, menschliche, theologische und kirchenrechtliche Umkehr! Wir sehen den – als verbindlich vereinbartes Zielgespräch zwischen Bischofskonferenz und Zentralkomitee der Katholiken über Veränderungen in der Kirche benannten – Synodalen Weg in Deutschland auch weit über seine Grenzen hinaus als einen Moment der Entscheidung für unsere Kirche, vor die uns Gott stellt.

Wir wissen um die Schuld, die unsere Kirche auf sich geladen hat – insbesondere im sexuellen und geistlichen Missbrauch ihrer Macht, in der Diskriminierung von Frauen, queeren Personen und wieder verheirateten Geschiedenen.

Wir nehmen den Geist synodaler Beratungen und Entscheidungen als eine Inspiration wahr. Wir suchen Wege, unseren Glauben wahrhaftig zu leben und anderen Menschen den Gott des Lebens nahe zu bringen.

Deshalb verpflichten wir uns, in unserer Gemeinde entschieden für eine Kirche einzutreten, die synodal lebt.

Das bedeutet für uns:

Wir durchbrechen alle Formen eines Missbrauchs von Macht in der Kirche und treten für durchgreifende Aufarbeitung und Gerechtigkeit für die von Missbrauch Betroffenen ein. Wir betreiben Prävention und fordern die strafrechtliche Verfolgung von Tätern.

Wir setzen uns für Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche ein und verwirklichen sie soweit möglich vor Ort.

Wir widersetzen uns jeder Diskriminierung in der Kirche und begegnen allen Menschen in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt respektvoll.

Wir leben eine Kirche, in der wir mit unseren Ämtern und Charismen gemeinsam beraten und entscheiden.

Wir lassen uns an dieser Selbstverpflichtung messen und sind dankbar für Anregungen, Unterstützung, Mitarbeit.

Wir wollen unsere Arbeit in der Kirche fortsetzen, auch und gerade in diesen schweren Zeiten. Wir wollen die Institution Kirche nicht verlassen, sondern wie die meisten Katholik*innen im Namen unseres Glaubens Gutes bewirken – nachdenklich und ohne die Hoffnung zu verlieren.

  • Wir fordern umgehend Veränderungen. Wie in der Resolution des KGR „Mehr Mut zu Veränderungen“ an die Kirchenleitung vom 14.04.21 beschrieben schließen wir uns den Forderungen der Initiative Maria 2.0 an.
  • Sexualität muss als Wert an sich anerkannt werden, den Christ*innen frei gemäß ihrem Gewissen leben.
  • Der persönliche Familienstand darf keine Relevanz für ein Beschäftigungsverhältnis in der katholischen Kirche haben.
  • Wir fordern die Bischöfe auf, die zur Weiterentwicklung der Kirche bereit sind, mutig die nötigen Reformen voranzutreiben und in ihren Diözesen wegweisend umzusetzen.

Wir wollen dem Geist Gottes folgen, der lebendig macht und uns am Wirken Jesu orientieren, der die Liebe und Barmherzigkeit Gottes sichtbar gemacht hat.

gewählte Mitglieder des Kirchengemeinderats

Bernhard, Alex (2. Vorsitzender) (Wannweil)
Kury-Rilling, Tanja  (3. Vorsitzende) (Wannweil)
Balla, Dávid (Kusterdingen)
Münch, Gerlinde (Wannweil)
Friesch, Agnieszka (Kusterdingen)
Wittmann, Julia (Kirchentellinsfurt)
Messmer, Johann (Wannweil)
Baier, Franz-Josef (Kusterdingen)
Stiller, Matthias (Wannweil)
Teufel, Jörg (Wannweil)
Mötzung, Thomas (Kusterdingen)
Göppert, Josef (Kusterdingen)
Bretaña Movilla, Pedro (Kirchentellinsfurt)
Krismer, Heidrun (Kirchentellinsfurt)

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