4. Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“

Ein Geschenk muss her

In den letzten Tagen wurde besonders den Vätern und Müttern gedacht und gedankt. Sie wurden beschenkt und bekamen vielleicht das Frühstück ans Bett. War doch am Donnerstag (10. Mai) Vatertag und am Sonntag Muttertag.  Ein Geschenk muss her, um der Erwartung gerecht zu werden, der Mutter/dem Vater an diesem besonderen Tag „Danke“ zu sagen und zu würdigen, was sie oder er für einen getan hat.

Von Eva Schlegel

Den Muttertag gibt es bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts, nicht erst seit dem Nationalsozialismus wie viele glauben. Er geht auf die US-amerikanische Frauenrechtlerin Anna Marie Jarvis zurück, die mit diesem Tag ihre eigene Mutter ehren wollte, die sich zu Lebzeiten für den Frieden einsetzte. Warum wir den Vatertag ausgerechnet an Christi Himmelfahrt feiern, ist nicht eindeutig geklärt.

Sicher ist auf jeden Fall, dass Vater und Mutter schon lange eine wichtige Rolle spielen und ihnen zu Ehren in unterschiedlichen Kulturen immer wieder Feste veranstaltet wurden. Und selbst in der Bibel steht im Alten Testament bei den Zehn Geboten: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Ob damit allerdings gemeint war, dass man seiner Mutter einen Strauß Blumen und seinem Vater eine Schachtel Pralinen schenken soll, bezweifle ich.

Vielmehr wird mit diesem Gebot die Beziehung zwischen Mutter, Vater und ihren Kindern geregelt. Dass sich Eltern um ihre Kinder kümmern, solange sie klein sind, ist nachvollziehbar. Doch was ist, wenn die Kinder älter werden, dann erwachsen sind, ausziehen und ihr eigenes Leben führen? Dann ist es so, dass oft kaum Zeit bleibt, die Eltern zu besuchen. Man ist im Stress, muss arbeiten, geht seinen Hobbies nach, usw. Da ist es gut, wenn man einmal im Jahr daran erinnert wird, dass man diesen beiden Menschen vieles zu verdanken hat. Immerhin wurde uns von ihnen das Leben geschenkt. Die Erinnerung daran, einmal im Jahr „Danke“ zu sagen und seine Eltern zu ehren für das, was sie für uns getan haben, ist wichtig. Vielleicht schaffen wir es aber auch, unseren Eltern nicht nur an diesen für sie reservierten Tagen zu danken, sondern auch sonst einmal unter dem Jahr. Denn Eltern freuen sich am meisten, wenn man Zeit mit ihnen verbringt und sie am eigenen Leben teilhaben lässt. Eltern wollen ihre Kinder begleiten, auch wenn sie erwachsen sind, denn die Kinder werden immer ein Teil von ihnen sein. Also, ehren wir Vater und Mutter, nicht nur am Mutter- bzw. Vatertag.

Anmerkung der Redaktion: Unsere Gemeindereferentin, Eva Schlegel, die zur Zeit in Erziehungsurlaub ist, hat uns diesen Text zur Verfügung gestellt. Er wurde geschrieben für das Wort zum Sonntag im Schwäbischen Tagblatt.

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