Das neue Lied im April

Das „andere Lied“ zur Osterzeit

„Christus ist auferstanden“ (GL 799)

Die erste Strophe stammt von Friedrich Spee, die er im Jahr 1623 zu einer zeitgenössischen Musik geschrieben hat, die Strophen 2-4 wurden erst im Jahr 1983 vom Arbeitskreis für Ökumenisches Liedgut hinzugefügt.

Friedrich Spee verdanken wir manche bekannten Lieder im Gotteslob, wie „O Heiland, reiß die Himmel auf“ oder „Zu Betlehem geboren“. Aus seinen Texten spricht eine innige Frömmigkeit und sehnsüchtige Zuwendung zu Gott. 1591 geboren, wirkte er als Seelsorger in einer schlimmen Zeit.

von Michael Steibli

Der 30-jährige Krieg tobte seit 1618 in Europa, die Hexenprozesse mit ihren unzähligen Opfern auf den Scheiterhaufen erreichten ihren Höhepunkt und, als wäre das noch nicht genug, raffte immer wieder die Pest Abertausende dahin. Gegen den Willen seiner Eltern trat Friedrich Spee mit 19 Jahren in den Jesuitenorden ein und beendete 1623 sein Theologiestudium. In diesem Jahr schrieb er den Text zu dem Lied „Christus ist auferstanden“ und setzte damit dem schlimmen Zustand der Welt wie eine Fackel die Botschaft entgegen: „Christus ist auferstanden. Freud ist in allen Landen.“ Diese unerschütterliche Hoffnung hat ihr Fundament in seinem festen und tiefen Glauben an Jesus als den Heiland und Retter. Glaube, Liebe, Hoffnung, das waren die Eckpfeiler seines Lebens und Handelns. Und auch das Lied „Christus ist auferstanden“ strahlt die über allem Leid stehende Freude über die Auferstehung Jesu aus.
Allerdings stammt nur die erste Strophe von Friedrich Spee, mit ihrer klaren Struktur und den klangvollen Reimen und der lateinisch-deutsche Mischpoesie. Sie springt freudig in das Osterthema hinein. Die Auferstehung ergreift „alle Lande“ mitsamt unserem Gesang hier und heute! Die Worte und die Klangfarben lehnen sich an das Alte Testament an, nämlich das „Halleluja“ und die „wohlklingenden Zimbeln“ aus Psalm 150, dem Schlussakkord des Psalters. Die weiteren Strophen des schwungvollen Liedes entfalten den österlichen Kern in drei Variationen: Die Auferstehung ist der Tod des Todes und damit unser Leben (Strophe 2). Die gesamte Göttlichkeit Jesu wird durch seine Auffahrt zu Gott offenbar, so dass auch die Engel in den Osterjubel einstimmen (Strophe 3). Und schließlich wird selbst die Wiederkunft Christi am Ende aller Tage in österliches Licht getaucht (Strophe 4).

Die Melodie ist mit ihren markanten Punktierungen und schlagwerk-typischen Tonrepe-titionen auf einen heiter-österlichen „Grundton“ gestimmt. Die vier Phrasen des Textes werden jeweils wiederholt, so dass der fröhliche Charakter auch leicht zu singen ist.
Friedrich Spee starb am 7. August 1635 im Alter von 44 Jahren an der Pest, an der er sich bei der Betreuung und Pflege von verwundeten und pestkranken Soldaten angesteckt hatte. Aber Friedrich Spee wusste es tief in seinem Herzen: der Tod hat nicht das letzte Wort. „Christus ist auferstanden. Freud ist in allen Landen“.

Ikone von 1920, Auferstehung des Herrn

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