Die Beerdigung von Jörg Teufel: „Nun ist der heutige Tag sein Osterfest“

Der letzte Schritt der Abschiedsnahme ist die Trauerfeier und die Beisetzung. Heute nahm die Gemeinde Abschied von Jörg Teufel. Verwandte, Freunde und zahlreiche Weggefährten waren gekommen, um Jörg zu begleiten. Es war eine große Trauerfeier in der vollbesetzten Aussegnungshalle. Eröffnet wurde der Gottesdienst mit dem Lied „Mir nach spricht Christus unser Held“. Bei all dem traurigen Beweggrund für diese Zusammenkunft zog sich diese positive Grundstimmung, dass die Nachfolge weitergeht, durch die Zeremonie.

Trauergäste in der Aussegnungshalle Wannweil

Von Rainer Degen

Das Licht der Osterkerze 

Mit dem Satz „Jörg hat das Osterfest mit der Gemeinde gefeiert. Nun ist der heutige Tag sein Osterfest“ gab Pater Bernard Backenstrass beim Gottesdienst in der Aussegnungshalle Wannweil der Trauergemeinde zu verstehen, dass der Tod nicht das Ende ist. So entzündete er die Osterkerze, die in der Mitte zwischen Urne und einem Bild von Jörg Teufel positioniert war. Weiter sagte er:

„Auch Jesus erfuhr was es heißt jemanden zu verlieren, der einem den Alltag hell und froh machte. Die Prüfung des Abschiednehmens bleibt niemandem erspart. Angesichts des Todes sind wir machtlos. Wir verstummen, weil uns kein Wort gegeben ist, das dem Tod standhält. Gott ist da.
Als Christen setzen wir jetzt ein Zeichen unserer Hoffnung: wir zünden die Osterkerze an. Sie ist das Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod. So wie die Osterkerze in der Osternacht entzündet wurde und als einziges Licht in den dunklen Kirchenraum hineingetragen wurde, zum Zeichen dafür, dass Jesus lebt und die Nacht des Todes besiegt hat, so brennt sie heute als Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten. Am Anfang unseres Lebens bei der Taufe wurde die Taufkerze an der Osterkerze entzündet, so wurde unserem Verstorbenen ein Licht auf dem Lebensweg gegeben: Jesus Christus, das Licht der Welt. Jörg hat das Osterfest mit der Gemeinde gefeiert. Nun ist der heutige Tag sein Osterfest: die Begegnung mit dem Auferstandenen, der die Toten in das ewige Leben ruft. Der Herr unser Erlöser wird vollenden was er in der Taufe begonnen hat.
In diesem Glauben an den Auferstandenen Herrn der den Tod bezwungen hat und unseren verstorbenen Jörg Teufel jetzt erlöst, beten wir miteinander.“

Urne und Bild von Jörg Teufel. Dazwischen die Osterkerze

Nachrufe

Auch war Raum für zwei Nachrufe. Tanja Kury-Rilling begann als Vertreterin der Kirchengemeinde:

„Im Namen der Katholischen Kirchengemeinde und des Kath. Kirchenchores Christus König des Friedens Kirchentellinsfurt, Gesamtgemeinde Kusterdingen und Wannweil spreche ich einen Nachruf.

Der für uns alle unerwartete Tod von Jörg Teufel ist ein schwerer Verlust für die Kirchengemeinde und den Kirchenchor.

Jörg war mit seiner Familie von Beginn an Mitglied unserer noch recht jungen Kirchengemeinde. Unsere Kirchengemeinde erstreckt sich ja über zwei verschiedene Landkreise. Das ist eine Besonderheit. Dazu hat er gern erzählt, wie vor dem Bau der Kirche in Wannweil die Familie zu Fuß oder mit Zug nach Kirchentellinsfurt zum Gottesdienst gelaufen bzw. gefahren ist.
Mit dem ihm eigenen Humor: ´Wannweiler haben mit Füßen abgestimmt, dass zu Kirchentellinsfurt kommen, weil der Weg kürzer als nach Reutlingen´.

Sein Engagement war vielfältig, ich kann gar nicht alles aufzählen:

• seit vielen Jahren im Kirchenchor, als Tenor ein sicherer und zuverlässiger Sänger, daneben Chorsprecher, sowas wie Vorstand.
• Sodann bis ins Kleinste organisierte er Ausflüge und Feste, während Corona Pandemie erarbeitete er Hygienekonzepte, angepasst und umgesetzt einschließlich CO²-Meßgerät. Wir haben uns immer sicher gefühlt trotz Corona.
Zuletzt übernahm er noch das Amt des Notenwartes und erfasste den aktuellen Notenbestand.
• Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB
• Lektor und Kommunionhelfer
• Mitglied KGR zunächst als beratendes Mitglied, dann wahlberechtigtes Mitglied
• Zusätzlich in diversen Ausschüssen und Arbeitsgruppen wie Verwaltungs- und Bauausschuss, Förderung Kirchenmusik
• Gern um Rat und Meinung gefragt insb. bei technischen Fragen
• Unzählige Ordnerdienste, Fahrdienste und Arbeitseinsätze
• Helfer, wo immer gebraucht wurde
Stets bescheiden, hilfsbereit und sachorientiert, Ruhepol und Befrieder, wenn mal hitziger diskutiert wurde, aber auch feinen Sinn für Humor
Ein Gemeindemitglied brachte es auf Punkt gebracht: Ein treuer allzeit bereiter Diener der Kirchengemeinde.
Bei mir persönlich besonders in Erinnerung: Gespräche, wenn er mich im Auto mitgenommen hat oder nach Gottesdiensten noch zusammengestanden sind, vielfältigste Themen, ernst, aber auch gelacht, auch habe ich Rat eingeholt in technischen Dingen

Er fehlt uns, wir vermissen ihn schmerzlich, können es noch immer nicht fassen, dass nicht mehr da ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Den Angehörigen gilt unser tiefstes Mitgefühl und herzliche Anteilnahme. Wir beten für ihn und empfehlen seine Seele einer guten Aufnahme in den Himmel.“

Der zweite Nachruf stammt von Heidrun Krismer:

„Liebe Trauergemeinde,

Jörg Teufel ist der Mensch, dem wir uns alle hier in unterschiedlicher Weise verbunden fühlen und dessen Tod uns hier zusammengebracht hat. Wir wollen uns ihn und sein Handeln in Erinnerung rufen.

Liebe Angehörige, sie bewahren die Erinnerungen an Jörg als Kind, als Jugendlicher, als Student, als Diplom Ingenieur und als Wissenschaftlicher Lehrer für Elektrotechnik und Wirtschaft.

Ich selbst habe ihn als Mitglied unserer Kirchengemeinde erlebt und vor allem als KAB´ler.
Jörg trat 2006 in die Ortsgruppe Kirchentellinsfurt-Kusterdingen-Wannweil der Katholischen Arbeitnehmerbewegung ein und schon im November 2007 wurde er Vorsitzender des Bezirks Reutlingen-Horb. Das zeigt, wie engagiert er war. Wenn jemand gebraucht wurde, war er da. Er hat Verantwortung übernommen und viel gearbeitet für unseren Verband. Er hat kenntnisreich interessante, wissenschaftlich fundierte Vorträge gehalten und genauso auch weniger geliebte Aufgaben wie die Protokollführung übernommen. Dank ihm sind beispielsweise alle Vorträge der Seniorenwochen archiviert.
Nach der Versetzung in den Ruhestand 2011 wurde er Co-Vorsitzender unserer KAB-Ortsgruppe und auch Kassenprüfer des Diözesanverbandes. Meine letzte Begegnung mit ihm war auf dem Diözesansommertreff Ende Juli in Untermarchtal. Verantwortungsbewusst hatte er die Kasse geprüft, er brachte auf seine ruhige Art seine Meinung ein, in den Pausen haben wir uns interessant unterhalten und ich habe sein nettes Schmunzeln nochmal gesehen. Das Abendprogramm „Winnetous Vermächtnis“ in Burgrieden hat er genossen, er hat erzählt und gelacht. Als geselligen, humorvollen und doch zurückhaltenden, als hilfsbereiten und fleißigen Mann werde ich ihn und werden wir alle von der KAB auf orts-, bezirks- und Diözesanebene ihn in Erinnerung behalten. Mit Jörg verlieren wir ein überaus engagiertes Mitglied unseres Verbandes.

Als Vertreter der KAB war er Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen und Verbände (AKO) im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten und übernahm 2015 dessen Vorsitz. Zusätzlich wirkte er als Delegierter im Dekanatsrat fast zwei Perioden mit.
Sein Leben war geprägt durch sein überzeugtes Engagement als Christ, er trat ein für die Verwirklichung der katholischen Soziallehre.
Wichtig waren ihm stets das katholische Verbandswesens, der gesellschaftspolitische Austausch im „Forum Dialog“ und das Engagement für die „Aktion Hoffnung“ im Dekanat.

In den letzten Tagen hatte ich per E-mail und Telefon Kontakt zu vielen WegbegleiterInnen, die ihm gerne heute die letzte Ehre erweisen würden, aber in Urlaub sind. So auch der KAB-Diözesanpräses und die Vorsitzende der Ortsgruppe, der Diözese und die Vertreter der AKO. Alle sind betroffen und erschüttert. Jörg war ja bis wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod noch sehr aktiv.

Mit ihm verliert die katholische Kirche und die KAB einen überzeugten,
engagierten Menschen, dem Christsein in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft ein Herzensanliegen war.
Wir sind voll Anerkennung und Respekt für sein tatkräftiges Glaubenszeugnis und empfinden tiefe Dankbarkeit für alles, was er in seiner ruhigen, treuen und zuverlässigen Art für die KAB getan hat. Wir werden Ihn vermissen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Der von Heidrun Krismer vorgetragene Nachruf war im Namen des Diözesanvorstandes, des Bezirks, der Ortsgruppe und der AKO.

 

Kirchenchor unterstützt die Gemeinde bei dem Lied "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand"

Am Ende des Gottesdienstes sang die Gemeinde unterstützt vom Chor das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“. Im Refrain heißt es dann: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.“

Die Gemeinde versammelte sich am Grab.

Trauergemeinde am Grab von Jörg Teufel

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