Ein neues, aber bekanntes Gesicht im Pastoralteam

Dagmar Tumele ist seit dem Frühjahr als Musikreferentin in der Kirchengemeinde Christus König des Friedens angestellt. Wer sie ist, was sie macht und wie sie ihr Liebe zur Tonkunst weiter vermittelt, stellt sie Ihnen in diesem Artikel vor.

„Musik ist Trost, Leidenschaft, Zauber, Gefühl und gewissermaßen auch die einzige Weltsprache, die jeder versteht. Sie kann den tiefsten Einfluss aufs Gemüt nehmen", sagt Dagmar Tumele.

Wie ich zur Musik kam

Dagmar Tumele

Jedoch, bevor ich dieses Plädoyer für die Musik fortsetze, möchte ich kurz darüber berichten, was mich zu ihr geführt hat. Musik hat mich schon immer durch mein Leben begleitet. Mit einer Mutter, die Klavierunterricht gab und Organistin war, landet man schnell selbst an den Tasten und singt kräftig dazu, oder sitzt sonntags auf der Orgelbank und darf Register ziehen, Lieder anzeigen und die Leute von der Empore aus beobachten. Blockflöten- und insbesondere Klavierunterricht waren meine ersten eigenen Fußabdrücke. Zur Orgel habe ich dann erst im Alter von etwa 17 Jahren gefunden, da in der Reutlinger Peter und Paulkirche der Orgelunterricht bei Martin Neu gefördert wurde. Schon bald spielte ich in Gottesdiensten diverser Kirchen und während meines letzten Schuljahres auf dem Isolde-Kurz-Gymnasium, verbunden mit dem Musik-Neigungskurs, fing ich meine kirchenmusikalische C-Ausbildung an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg an. Nach dem C-Abschluss blieb mir die Entscheidung, ob ich das kirchenmusikalischen B-Studium anschließe, doch ich entschied mich für Musikwissenschaft und Komparatistik (Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft) an der Universität Tübingen, welches ich mit Magister Artium abschloss, und wo mir ein ganzer Kosmos eröffnet wurde.

Orgeln, schreiben und mehr

Dagmar Tumele an der Orgel in Kirchentellinsfurt

Neben meiner mich seither begleitenden Tätigkeit als Organistin fing ich sodann auch an, als freie Journalistin beim Reutlinger General-Anzeiger zu arbeiten, wo ich regelmäßig für den Kulturbereich Konzerte und Theateraufführungen besuchen und rezensieren darf. Auch musikwissenschaftliche Konzerteinführungen in der Konzertreihe der Reutlinger Peter und Paulkirche und das Unterrichten in Klavier, Orgel, Tonsatz und Gehörbildung sind Tätigkeiten, die ich mit Freude ausführe.

Genau mein Platz

Nun wurde die Stelle einer Musikreferentin für diese Gemeinde ausgeschrieben und ich empfand sogleich das Gefühl, dass dies genau der Platz sei, wo ich mich wohlfühlen und schnell hinein wachsen könnte. Zum einen verspüre ich eine große Verbundenheit zur Gemeinde und unserem Pfarrer, da ich seit etwa zehn Jahren hier als Organistin tätig bin. Doch nicht nur durch meine Organistinnen Tätigkeit fühle ich mich verbunden, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass ich selbst Gemeindemitglied bin, und dies spätestens seitdem wir im Jahr 2014 nach Kirchentellinsfurt umgezogen sind. Indes ließen mein Mann und ich auch schon vorher unsere Trauung von Dekan Dr. Tomas Begovic vollziehen, und später haben wir ihm auch die Taufen unserer zwei Kinder von Herzen anvertraut.

Die Musik als Glaubensvermittlerin

Dies sind die äußerlichen Pfeiler, welche mich zur Stelle zogen. Doch auch Dinge, die nicht derart greifbar sind, waren ausschlaggebend. Als Musikreferentin bin ich insbesondere auch für die musikalische Weiterbildung der Erstkommunionkinder zuständig. Kinder, Musik und der christliche Glaube sind wichtige Dinge für mich, und gerade bei Kindern kann man den Glauben über die Musik näher bringen. Der Text der jeweiligen Lieder wird sie begleiten und irgendwann zu ihnen sprechen. Da, wo man jemanden rationell vielleicht nicht erreichen kann, hilft die Tonkunst oft nach. Meines Erachtens ist Kirchenmusik ohnedies selbst Gottesdienst, ein Glaubensvermittler und kein Schmuck. Das Evangelium braucht eine Ausdeutung, sei es in Form einer Predigt oder eben des Gemeindegesangs. Die Gemeindemitglieder – und eben auch die kleinsten Gemeindemitglieder – sind dadurch nicht nur Konsumenten, sondern erreichen durch das Mitsingen eine viel größere innere Beteiligung. In Reutlingen habe ich bereits viel mit Erstkommunionkindern musiziert, und diese wunderbare Tätigkeit möchte ich nun auch hier mit einbringen, den Liedschatz erweitern, Instrumente dazunehmen.

Kirchenmusik ausfalten

Auch liegt mir als Projekt die Kirchenmusik im Gottesdienst am Herzen, nicht nur mit Kindern. Gelegentlich andere Musiker:innen mitbringen, stimmstarken Gemeindemitgliedern als Schola das Psalmensingen ermöglichen, neue Organist:innen dazugewinnen, Konzerte organisieren und die regelmäßige Pflege der drei Orgeln sind meine wesentlichen Ansinnen.

Und ein Herzensprojekt, von dem Sie hoffentlich bald hören werden. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich in diesem Sinne und in dieser großartigen Gemeinde mit einbringen kann.

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