Kirchenchor-Ausflug nach Ulm-Wiblingen

Einen Ausflug mit ungewöhnlichem Klangerlebnis gönnte sich unser Kirchenchor am ersten Juni-Wochenende.

Von Roland Kurz

Die 25 Sänger und Sängerinnen probten samstags in der monumentalen Basilika und begleiteten die Sonntagsmesse mit Auszügen aus der Missa brevis D-Dur von Michael Haydn. Ziel und Zeitpunkt waren nicht zufällig gewählt: Vikar Andreas Jauss, der aus Kirchentellinsfurt stammt, beendete an diesem Sonntag seine Vikariatszeit in Wiblingen und hatte sich den Besuch gewünscht.

Am Samstagnachmittag wurde der Chor im großen Hof der ehemaligen Benediktinerabtei zu einer Führung erwartet.  Der größte Schatz dieser spätbarocken Anlage ist der Bibliothekssaal. Er gilt als „gelungenste Raumschöpfung des Rokoko“. Dem Abt war es damals nicht nur um die Aufbewahrung der Bücher gegangen, sondern auch um einen Raum zur Repräsentation.  Deckenfresko, eine geschwungene Galerie auf marmorierten Säulen und  die personifizierten Figuren der Philosophie, Theologie, Rhetorik, Geometrie usw. beeindruckten unsere Chorgruppe.

Besichtigung der Basilika
Das Staunen setzte sich in der 72 Meter langen und 27 Meter breiten, aber turmlosen Klosterkirche fort.  Außer von Gemälden und riesigen Figuren waren die Sänger natürlich von der Akustik in dem voluminösen Kirchenschiff beeindruckt. Chorleiterin Brigitte Häberli musste mit dem Chor zunächst herausfinden, welches Tempo bei diesem Nachhall angemessen ist. Begleitet vom Wiblinger Organisten Wolfgang Treß erlebte der Kirchenchor ein unvergessliches Klangerlebnis. Beim Ave Maria (G.F. Händel) von Brigitte Häberle bekam mancher Zuhörer Gänsehaut.
Am nächsten Morgen wiederholte sich dieses eindrückliche Gefühl vor großem Publikum. Fast 200 Besucher waren zur Messe gekommen. Mit Kyrie, Gloria und Sanctus aus der Haydn-Missa schmückte der Kirchentellinsfurter Chor den Gottesdienst. Am Ende standen viel Lob von Besuchern, selige Sänger und Sängerinnen sowie ein glücklicher Vikar.
Im nahen Hotel Löwen stärkte sich der Chor noch einmal, bevor es zum Stadtrundgang nach Ulm ging. Im Café Mohrenköpfle gönnte man sich noch ein Eis oder einen Kuchen, bevor Jörg Teufel, der den Ausflug perfekt vorbereitet hatte, seine Schäflein in Richtung Bus dirigierte.

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