Maria 2.0

Zum Kirchenstreik unter dem Motto „Maria 2.0“ rufen Frauen der Münsteraner Heilig-Kreuz-Gemeinde auf. Sie protestieren damit gegen den Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Amtskirche und fordern Veränderungen. Der Diözesanvorstand des KDFB Rottenburg-Stuttgart greift die Initiative auf und unterstützt sie.
Frauen sind zum Schweigen verurteilt
Frauen sind noch immer zum Schweigen verurteilt

Der Diözesanvorstand des KDFB lädt daher alle Katholikinnen und Katholiken der Diözese Rottenburg-Stuttgart dazu ein, vom 11.-18. Mai 2019 öffentlichkeitswirksam für eine schonungslose Aufklärung des Missbrauchs und eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Kirche einzutreten. Dies kann durch einen Kirchenstreik geschehen, indem Frauen ihre Tätigkeiten bewusst ruhen lassen und damit deutlich machen, wie viel kirchliche Arbeit im Normalfall ganz selbstverständlich von Frauen getragen wird. Darüber hinaus sind Frauen aufgerufen, im Aktionszeitraum vor den Kirchentüren zu bleiben und dadurch zu zeigen, dass sie von den Ämtern und damit von vielen kirchlichen Entscheidungsprozessen immer noch ausgeschlossen sind.„Der Kirchenstreik richtet sich nicht gegen die Gemeinde vor Ort, sondern ganz bewusst gegen die reformbedürftigen kirchlichen Strukturen. Wir laden ausdrücklich auch Männer ein, sich an den Aktionen zu beteiligen“, so Gabi Ilg, stellvertretende Diözesanvorsitzende des KDFB. Die Initiatorinnen von Maria 2.0 wollen Frauen nicht von Gottesdiensten fernhalten. Doch statt in der Kirche, so die Idee, wird vor den Kirchentüren und auf den Kirchplätzen Liturgie gefeiert, mit Gebeten, Liedern und in kreativen Formen. Mit weißen Betttüchern können Frauen dabei ihre Trauer und ihr Mitgefühl, aber auch die Hoffnung auf einen Neuanfang ausdrücken. Die weißen Tücher können beschrieben, bemalt, zu langen Ketten verknotet oder auf andere Weise zum Einsatz kommen. „Alle sind willkommen, die auf diese oder ähnliche Weise die grundlegende Erneuerung unserer Kirche einfordern“, so Ilg.

„Unsere Kirche ist in einer Krise. Der massenhafte Missbrauch von Schutzbefohlenen und Ordensfrauen durch Amtsträger erschüttert das Vertrauen in die Institution Kirche zutiefst. Für viele Gläubige ist deutlich geworden, dass die kirchlichen Machtstrukturen von Grund auf verändert werden müssen. Dies beinhaltet zwingend die Beteiligung von Frauen an allen Entscheidungsebenen der Kirche und damit auch an den Ämtern“, so Karin Walter, Diözesanvorsitzende des KDFB. „Viele Frauen haben die Nase voll von den jahrzehntelangen Vertröstungen, die nichts verändert haben. Es ist gut, wenn Frauen jetzt starke Zeichen setzen, dass es ein Weiter-so in der Kirche nicht geben darf.“

frauenfragen

wenn eine frau
das WORT geboren hat
warum sollten frauen dann
das wort nicht von der kanzel künden

wenn eine frau
für ihr zuhören gelobt wird
warum sollten frauen dann
das gelernte nicht auch lehren

wenn eine frau
die füße jesu küsste
warum sollten frauen dann
den altar nicht küssen können

wenn eine frau
den leib christi salben konnte
warum sollten frauen dann
nicht zum salbungsdienst befähigt sein

wenn eine frau
jesu sinneswandlung durch ein brotwort wirkte
warum sollten frauen dann
bei der wandlung nicht das brotwort sprechen

wenn eine frau
von jesus krüge voller wein erbitten konnte
warum sollten frauen dann
über einen kelch mit wein nicht auch den segen sprechen

wenn eine frau
den jüngern als apostelin vorausging (Maria Magdalena)
warum sollten frauen dann
zur apostelnachfolge nicht auch gerufen sein

Bruder Andreas Knapp

biblische Bezüge nach Strophen: (1) Joh 1,14 |
(2) Lk 10,42 | (3) Lk 7,38 | (4) Joh 12,3 |
(5) Mt 15,27 | (6) Joh 2,3-5 | (7) Joh 20,17-18

Flashmob-Gottesdienst am 11. Mai in Biberach an der Riß

weitere Veranstaltungen in der Diözese zu Maria 2.0

11.-18.5.2019 Meckenbeuren ganztags Bild einer Frau, deren Mund schweigen muss (Künstler: Hubert Gaupp) steht vor der Kirche
14.5.2019 Bischöfliches Jugendamt BJA Wernau 11:45 Uhr Impuls zur Aktion Maria 2.0. – Antoniushaus
14.5.2019 Seelsorgeeinheit Weissacher Tal 19 Uhr Film- und Gesprächsabend im Gemeindezentrum Ebersberg
15.5.2019 Aalen 15:00 Uhr Filmabend (Jesus und die verschwundenen Frauen) im Haus der Kirche
15.5.2019 Meckenbeuren 09:00 Uhr Friedensgebet vor der Kirche St.Maria
15.5.2019 Neuhausen a.F. 14:30 Uhr Treffpunkt zur Aktion im Gemeindehaus St. Petrus und Paulus
16.5.2019 Heidenheim 16:00 Uhr Brot teilen mit Impulsen auf dem Kirchplatz von St. Maria (bei den Schlossarkaden)
16.5.2019 Schramberg 17:30 Uhr Protestaktion auf dem Kirchplatz der St. Maria Kirche
18.5.2019 Leonberg 16:00 Uhr Aktion auf dem Kirchplatz von St. Johannes
18.5.2019 Ravensburg 10-12 Uhr Infostand an der Mariensäule vor der Liebfrauenkirche
18.5.2019 Tübingen 11:55 Uhr gemeinsame Kundgebung von Frauen aller Tübinger Gemeinden auf dem Tübinger Marktplatz
18.5.2019 Ulm 17:30 Uhr Flashmob vor dem Ulmer Münster
19.5.2019 Aalen 09:00 Uhr Frauengottesdienst vor St. Maria
19.5.2019 Ravensburg 19:00 Uhr Gottesdienst zum Abschluss der Aktion in der Kirche St.Jodok
19.5.2019 Rottenburg 19:00 Uhr Abschlussgottesdienst zur Aktion Maria 2.0 im Dom zu Rottenburg
19.5.2019 Stuttgart-Hohenheim 11:00 Uhr Wortgottesfeier in der Kirche St. Antonius

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