Ökumene am Pfingstmontag auf dem Einsiedel

Pfingstmontagsgottesdienst in ökumenischer Verbundenheit auf Schloss Einsiedel gefeiert

Am 6. Juni machten sich viele Christ*innen auf den Weg zum Schloss Einsiedel in Kirchentellinsfurt, um unter freiem Himmel, und idyllischer Umgebung, einen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag zu erleben.

Von Gerlinde Münch

Bild: Thomas Münch

Christoph Klaiber, Pastor von der evangelisch-methodistischen Kirche, begrüßte um 10:30 Uhr alle Besucher*innen, die von den evangelischen, evang. methodistischen und katholischen Kirchengemeinden von Kirchentellinsfurt, Immenhausen, Jettenburg, Kusterdingen, Mähringen, Pfrondorf, Wankheim und Wannweil zum ökumenischen Pfingstmontags-Gottesdienst eingeladen waren. Es kamen an die 200 Christ*innen, um diesen Gottesdienst unter freiem Himmel, bei herrlichem Sonnenschein im Schlosshof vom Schloss Einsiedel zu erleben. Musikalisch begleitete der Posaunenchor aus Wannweil, Kusterdingen und Kirchentellinsfurt, unter Leitung von Klaus-Peter Rieger, die gemeinsam gesungenen Lieder. Für alle Beteiligten war es ein Genuss, endlich mal wieder unter „normalen“ Bedingungen und befreit, nach den langen Corona-Einschränkungen singen zu dürfen.

 

Bild: Karl-Heinz Zeeb

In der Psalmlesung wurde Psalm 133 in einem übertragenen Text von Peter Spangenberg gelesen (s. Psalmlesung am Schluss des Artikels). Die Apostelgeschichte 2,4 wurde in 15 Sprachen vorgetragen. Frau Fleischer, Pfarrerin aus Kusterdingen, lud mit Gitarrenklängen zu einem bewegten Hallelujalied ein, das in deutsch, französisch, russisch und ukrainisch gesungen wurde.

Pfarrerin Dr. Susanne Edel aus Kirchentellinsfurt, hielt eine sehr einprägende Predigt, passend zum Lesungstext aus Johannes 20,19-23. Sie machte sich dafür stark, im Gegenüber das Positive zu sehen und bereit zu sein, zu Vergebung. In der heutigen Zeit ein besonderes Anliegen, wo in so vielen Regionen unserer Erde Krieg herrscht und Menschen aus ihrer Heimat vertrieben oder getötet werden.

 

Bild: Thomas Münch

Nach dem Lied „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“ lud Pfarrer Begovic dazu ein, gemeinsam das Glaubensbekenntnis zu sprechen. Der einzige Unterschied für die verschiedenen christlichen Konfessionen besteht dabei im Satz „Ich glaube an die heilige katholische Kirche“, wo die evangelischen und evangelisch-methodistischen Christ*innen „Ich glaube an die heilige christliche Kirche“ beten. Tomas Begovic wies ausdrücklich darauf hin, dass mit „katholisch“ keine Ausgrenzung signalisiert werde, sondern, dass mit katholisch „allumfassend“ gemeint sei.

Danach lud er zum Friedensgruß ein, der für manch Anwesende etwas Ungewohntes gewesen sein dürfte, was aber Bestandteil in katholischen Gottesdiensten ist.

Opfer für die Tafeln

Das Opfer dieses Gottesdienstes ging diesmal an die Reutlinger und Tübinger Tafel. Die drastisch gestiegene Anzahl von Kunden, auch mit verursacht durch den Krieg in der Ukraine, und eine abnehmende Menge an Lebensmitteln, die zum Einsammeln zur Verfügung gestellt werden, bringen die Tafeln an ihre Grenzen. In vielen Kirchen stehen daher Tische bereit, auf denen Spenden der Kirchenmitglieder deponiert werden können, die wöchentlich an die Tafeln weitergereicht werden. Es ist sehr erfreulich, dass am Pfingstmontag 1.200,35 Euro zusammen kamen, die aber bei der hohen Nachfrage nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein werden. Da sind die Politiker gefragt, die sich mit Lösungsmodellen beschäftigen müssen.

Zum Schluss noch der Text zu Psalm 133, übertragen von Peter Spangenberg:

Es ist etwas Wunderbares,
wenn Geschwister in Frieden miteinander leben.

Und eigentlich sind doch alle Menschen Geschwister!
Dazu hast du uns doch ernannt, lieber Gott!

Frieden zwischen Geschwistern ist wie ein wunderbares Aroma,
das einen Raum durchströmt und frisch,
wie der Tau, der morgens glitzernd auf dem Gras liegt.

Wo das ist, da ist dein Segen, lieber Gott,
wunderbar und glitzernd über dem Leben,
bis hinter das Ende der Zeit.

 

 

Frühling auf den Härten. sm

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