Der neue Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart heißt Klaus Krämer. Er folgt damit ca. 10 Monate später auf Gebhard Fürst, der im Dezember 2023 altersbedingt abtrat. Am 2. Oktober war es dann soweit, nach dem der Papst die Wahl des Domkapitels bestätigte. Irgendwie hatte man sich schon an den Alltag unter der Führung des Diözesanadministrators gewöhnt. Lief doch vieles in gewohnten Bahnen. Von außen betrachtet darf man sich trotzdem schon ein wenig wundern, warum es fast ein Jahr gebraucht hat. Denn klar ist: der Bedarf nach Führung, Vision und Veränderung ist groß.
Von Rainer Degen
Wer ist nun der Neue?
Klaus Krämer ist kein Unbekannter in Rottenburg. Der 60-jährige ist ein Eigengewächs.
Geboren 1964 in Stuttgart, also ein Schwabe, machte er das Abitur in Winnenden und leistete im Anschluss den Wehrdienst in Dillingen. Er studierte Rechtswissenschaften und Theologie in Tübingen, Augsburg, München und Freiburg. 1993 folgte sodann die Priesterweihe. Danach Diakon in Horb und Vikar in Rottweil. Bereits 1994 ging es aber schon nach Rottenburg in den engen Kreis von Bischof Walter Kasper mit der Aufgabe als dessen Sekretär. Man darf wohl davon ausgehen, dass ihn diese Aufgabe nicht unerheblich geprägt haben dürfte.
Im Jahr 2000 schloss er seine Promotion ab. Das Thema der Doktorarbeit: „Imago Trinitatis. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen in der Theologie des Thomas von Aquin“. Der Kontakt zu Walter Kasper riss nicht ab. Gleich im Anschluss holte Bischof Kasper ihn als Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Weltkirche nach Rottenburg zurück.

Weitere Stationen und Aufgaben:
• ab 2008: Übernahme des Amts des Präsidenten des Internationalen Katholischen Missionswerks missio Aachen
• seit 2010: Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“
Im Frühjahr 2020 dann zurück nach Rottenburg übernahm er die Leitung der Hauptabteilung Kirchliches Bauen im Bischöflichen Ordinariat. Er koordinierte die Planung und Durchführung des Katholikentags in Stuttgart im Jahr 2022. Während der Sedisvakanz war er Stellvertreter von Diözesanadministrator Stroppel.
Was darf man vom neuen Oberhirten erwarten?
In der Hauptsache dürfen wir davon ausgehen, dass der Neue für Kontinuität steht. Das erklärt sich daraus, dass er im aktuellen Kontext und der Struktur der Diözese schon diverse Aufgaben und Ämter innehatte. Gleichzeitig sagte er aber auch, dass man „Vieles anpacken“ müsse. Konkreter wurde er jedoch noch nicht.
Rottenburger Modell
Bischof Krämer unterstützt das Rottenburger Modell. Grundausrichtung des Rottenburger Modell ist es, dass viele Entscheidungen bis hin zur Verteilung von Kirchensteuereinnahmen zusammen mit dem Diözesanrat erfolgen. So schreibt man auf der DRS Homepage zum Modell: „Dass man in Rottenburg-Stuttgart auf den so bezeichneten eigenständigen Weg durchaus stolz ist, hat Bischof Gebhard Fürst z.B. 2016 in seiner Ansprache zur Einführung der neu gewählten Diözesanrät:innen betont. Und auch der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller hat den „im guten Sinn manchmal eigenwilligen Schwaben“ 2017 in der Herder-Korrespondenz bescheinigt, ihr im Vergleich mit den übrigen deutschen Diözesen eigenständiger und einzigartiger Weg der kirchenrechtlichen Rezeption des II. Vatikanischen Konzils habe „bis heute […] an Aktualität nichts eingebüßt“.
Stimmen aus unserer Gemeinde zum neuen Bischof
Wir hatten im Vorfeld eine Anfrage an Verantwortliche und Mitglieder der Kirchengemeinde mit der Bitte um eine Stellungsnahme, Meinung, Erwartung zum neuen Bischof gebeten.
Eva Schlegel, Kirchentellinsfurt: „Seine „Antrittsrede“ nach seiner Ernennung klang danach, dass er den Geist der Diözese verinnerlicht hat und nicht gegen bisher Erreichtes arbeiten wird“.
Toni Bauer, Kusterdingen: „Nachdem Bischof De. Gerhard Fürst in den Ruhestand verabschiedet wurde, mussten wir eine Weile warten, bis aus Rom die Ernennung unseres neuen Bischofs endlich kam. Nun also Bischof Dr. Klaus Krämer. Der Beifall bei der Nennung im Dom zu Rottenburg war ermutigend. Wünschen wir ihm ein gutes Gelingen in seinem neuen Amt. Wir werden sein Ankommen in der Diözese und in der Bischofskonferenz auch in unserer Kirchengemeinde mit optimistischem Interesse begleiten“.
Gerne könnt ihr in der Kommentarfunktion zum neuen Bischof eure Meinung kundtun.
Das Beten in den Vordergrund
In seiner Ansprache am 2. Oktober rückte der neue Bischof das Beten in den Vordergrund als er sagte: „Ich vertraue auf die Macht des Gebets und ermutige dazu, mit dem Beten nicht aufzuhören.“ Und weiter, dass „die Botschaft, die uns prägt, nichts an Kraft und Stärke verloren hat“. Es gäbe Grund, Freude und Zuversicht auszustrahlen. Der Anfang ist gemacht.