4. Fastensonntag – das Bergfest der Fastenzeit

Die Mitte der Fastenzeit ist erreicht und Ostern rückt näher. Dieser Sonntag steht unter dem lateinischen Titel: Laetare – was „Freut euch“ bedeutet. Dazu trägt der Pfarrer eigentlich ein Gewand in der Farbe rosa. Nur wir haben keines in dieser Farbe, denn außer am 4. Fastensonntag ist diese liturgische Farbe nur noch am 3. Adventssonntag vorgesehen.

– von Eva Schlegel

Wenn schon nicht als Gewand, dann wenigstens am Baum - ROSA

Noch sind wir im Schatten – mit Blick auf Ostern

„Laetare, Jerusalem“ – „Freue dich, Stadt Jerusalem“ mit diesen Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja ist der 4. Fastensonntag überschrieben. Und der Name ist Programm: Das meiste der Fastenzeit ist geschafft. Ostern ist schon im Blick. Wir können den neuen Anfang schon erahnen. Auch die Natur freut sich: die Sonne scheint, die Blumen sprießen. Und doch ist noch etwas von der Tristess der Fastenzeit zu spüren. Noch sind wir im Dunkeln, in der Wüste, in der Einsamkeit. Doch immer schon mit Blick auf Ostern.

Ambivalenz zwischen Sommer und Winter

Jesus als Heiler und Sünder

Diese Ambivalenz des 4. Fastensonntags kommt auch in den biblischen Texten zum Ausdruck, die vorgesehen sind. (Erzabtei Beuron) Im Evangelium geht es um einen blinden Bettler, der noch nie etwas gesehen hat. Durch Jesus wird er aus der Dunkelheit geholt, er darf das Licht sehen. Eigentlich eine schöne Geschichte. Aber die Pharisäer, die in Jesus einen Sünder sehen, finden sich bestätigt. Denn Jesus heilte den Blinden an einem Sabbat. Und am Sabbat darf nicht gearbeitet werden. Die Pharisäer unterstellen Jesus, dass er sich nicht an die Gebote hält.

Bräuche an Laetare

An Laetare finden, wie auch am ersten Fastensonntag, verschiedene Frühlingsbräuche statt. Der Gegensatz von Freude und Angst kommt ja in den biblischen Lesungen zum Ausdruck. Die Frühlingsbräuche sind eigentlich eher Frühlingsspiele.

Scheibenschlagen vor dem Nachthimmel in Tirol

So ist das Scheibenschlagen zum Beispiel heute noch üblich:

Glühende Holzscheiben oder brennende Karrenräder werden von einem Hügel oder Berg ins Tal laufen gelassen. Besonders in Tirol, Südtirol, Vorarlberg, aber auch im Schwarzwald ist dieser Brauch stark verbreitet.

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