April, April, und alle lachen

Jeden Samstag schreiben kirchliche Mitarbeiter im Schwäbischen Tagblatt Tübingen ein Wort zum Sonntag. Heute von Gemeindereferentin Eva Schlegel über  Aprilscherze.

Gemeindereferentin Eva Schlegel

„April, April!“, rufe ich, nachdem ich meinem Vater weisgemacht habe, dass ich sein Auto mit meinem Schlüssel öffnen konnte. Ein harmloser Aprilscherz, verglichen mit anderen. Niemand ist zu Schaden gekommen, der Scherz wurde schnell aufgeklärt und wir konnten zusammen darüber lachen. Doch warum schicken wir einander heute überhaupt in den April?

Dafür gibt es verschiedene Erklärungen: So hat der französische König Karl IX. das Neujahrsfest vom 1. April auf den 1. Januar verlegt und die Franzosen luden am 1. April trotzdem zum Neujahrsfest ein – zu einem „Schein-Fest“. Andere sehen in ihm einen Unglückstag, weil angeblich Judas Iskariot, der Jünger, der Jesus verriet, an diesem Tag geboren und gestorben sei. Wieder andere berufen sich auf den englischen König Heinrich IV., der am 1. April eine Einladung zu einem heimlichen Rendezvous von einer jungen Dame bekam, dort dann aber von seiner Frau und seinem Hofstaat erwartet wurde.

Woher auch immer der Brauch des Aprilscherzes kommt, es ist üblich, sich heute gegenseitig ein bisschen hereinzulegen. Vielleicht brauchen wir Menschen hin und wieder solche Tage, wo es scheinbar legitim ist, den anderen auf die Schippe zu nehmen, ohne große Konsequenzen fürchten zu müssen. Mir ist dabei wichtig, dass bei solchen Scherzen niemand verletzt wird, nicht äußerlich und auch nicht innerlich. Ein gelungener Aprilscherz ist es für mich dann, wenn bei der Auflösung alle miteinander und nicht übereinander lachen; wenn der Aprilscherz dazu beiträgt, dass wir uns selbst nicht ganz so ernst nehmen, sondern auch mal einen Spaß verstehen. Denn „Lachen ist die beste Medizin!“ und somit äußerst gesund. Das unterstreichen immer mehr Mediziner und Psychologen.

„Herr, schenke mir Sinn für Humor“

Gemeinsames Lachen stärkt die Gemeinschaft und setzt positive Energien frei. Herzhaftes Lachen befreit regelrecht, zumindest einen Moment lang, von Sorgen und dunklen Gedanken. Dazu passt für mich auch das Gebet, das dem Heiligen Thomas Morus zugeschrieben wird: „…Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.“ Versuchen wir doch, einander glücklicher zu machen, vielleicht auch mit dem ein oder anderen liebevollen Aprilscherz.

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