Bibel mal anders – Weg der Seligpreisungen (2)

Teil 2 von 3

Text und Bilder von Tanja Kury-Rilling

Gleiches gilt für die vierte Seligpreisung

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden

Der Künstler stellt dies dar anhand einer Waage:

So, wie es vor Gericht nicht immer einfach oder möglich ist, Gerechtigkeit zu bekommen, gilt auch im Leben, dass es nicht immer einfach ist, gerecht zu sein. Oft kommt es auch auf die Perspektive an, was als gerecht oder ungerecht empfunden wird. Was aus Sicht des einen gerecht ist, empfindet der andere als ungerecht. Da ist es tröstlich, dass Jesus nicht sagt, wer gerecht ist, sondern wer hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit. Wir können uns also immer wieder neu auf den Weg machen zu Gerechtigkeit.

Die fünfte Seligpreisung wird mit Symbolen umgesetzt:

Man erkennt eine Sonne, die Licht und Wärme ausstrahlt, ein Dreieck als Zeichen für die Dreieinigkeit Gottes, die Friedenstaube, die verheißen:

Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden

Wörtlich umgesetzt ist die sechste Seligpreisung:

Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen

Es scheint fast, als habe das Herz zwei Griffe, mit denen man sich wörtlich „ein Herz nehmen“ kann, zugreifen kann, wo man gebraucht wird.

Zeitlos ist die siebte Seligpreisung:

Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden

Frieden ist immer wieder eine große Aufgabe. Frieden gibt es nicht von alleine. Jeden Tag muss neu dafür gekämpft werden und können wir uns glücklich schätzen, dass wir trotz allem in einem friedlichen Land leben.

Schließlich erblickt man kurz vor dem Ziel die achte Seligpreisung, die es in sich hat:

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich

Man sieht deutlich das Kreuz: Wer Jesus nachfolgt, muss bereit sein, auch das Kreuz zu tragen. Auch wenn es in Deutschland glücklicherweise Religionsfreiheit gibt und keiner wegen seines Glaubens verfolgt wird, ist es doch im Alltag nicht immer leicht, als Christ für seinen Glauben einzustehen. Zu Vieles, was im Argen liegt und der Kirche vorgeworfen wird, zu der wir als Christen gehören: Missbrauchsskandal, Machtmissbrauch, Diskriminierung von Frauen und Menschen mit anderer sexueller Orientierung und und und. Nicht zu vergessen unsere Schwestern und Brüder im Ausland, die teilweise echter Verfolgung wegen ihres Glaubens ausgesetzt sind, sei es vom Staat oder von Andersgläubigen. Es war und ist nicht immer einfach, Christ zu sein.

Fortsetzung folgt!

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