KiamO: Gottesdienst zur Geisteshaltung „Lassen“

Am 24. und 25. Februar begrüßten Mitglieder des Kirchengemeinderats zum Gottesdienst mit dem Thema „Lassen“. Und wieder geht es um KiamO. KiamO steht für: „Kirche am Ort, Kirche an vielen Orten gestalten“.

Von Gerlinde Münch

Dabei handelt es sich um eine Initiative unserer Diözese. KiamO erweitert den Begriff Kirche über das Gebäude Kirche hinaus. Kirche findet überall dort statt, wo sich Menschen, Christen im Glauben, begegnen und versammeln.
Die Vision für unsere Kirchengemeinde ist es, auch mit unserer Homepage www.christus-koenig.eu , einen solchen Ort zu schaffen.
Um nun den KiamO-Prozess voranzubringen, dessen vier Grundhaltungen „Erwarten, Wertschätzen, Lassen und Vertrauen“ das Fundament bilden, hat unser Kirchengemeinderat Gottesdienste zu diesen Themen vorbereitet.
Beim Gottesdienst am 24. und 25. Februar beschäftigte uns die Geisteshaltung „Lassen“.

KiamO Grundhaltung "Lassen": Säckle mit Samenkörnern zum Mitnehmen

Gedanken zum Thema „Lassen“

Wie schwer fällt es vielen von uns loszulassen, zuzulassen und zu überlassen. Das setzt ein großes Vertrauen voraus und ist oft ein Schritt ins Ungewisse. Aber sich ganz der Führung eines anderen zu überlassen … ist das so einfach? Ganz ehrlich: Wer von uns gibt schon gerne Kontrolle und Selbstbestimmung ab? Macht das nicht unfrei?
Aber gerade darin schenkt uns Gott wieder eine große Freiheit! Denn wir überlassen uns nicht nur Gott, sondern wir dürfen es auch getrost ihm überlassen, ob unser Bemühen beim Umgang mit unseren Nächsten erkennbare Früchte trägt. Und wir dürfen ihm unsere Sorgen und Nöte, die uns zu erdrücken drohen, überlassen.
Der wichtigste Schritt dazu ist ein Zulassen Gottes in unserem Leben, damit sein Geist durch uns wirken kann. Je mehr „Wohnraum“ wir Gott in unseren Herzen einräumen, umso mehr Raum bekommt Gott auch in unserer Kirche, in unseren Gemeinden und bei unseren Begegnungen mit den Menschen. An einer Stelle des Lukas-Evangeliums steht geschrieben: „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund“.

Fürbitten

Guter Gott, Kraft und Vollmacht kommen nicht aus mir selbst, sie wurden uns von Dir gegeben und zugesagt. Wir bitten Dich, hilf uns die eigenen Grenzen zuzulassen und die Kraft, die Du uns geschenkt hast, anzunehmen.

Guter Gott, Du sandtest uns aus, mit einem Auftrag, dessen Inhalt nicht durch uns festgelegt wurde. Hilf uns zu erkennen, wo uns Gefahr droht, wo es der Heilung bedarf, wo dein Wort Platz findet.

Guter Gott, hilf uns zu erkennen, was uns im Leben hinderlich und beschwerlich ist und was wir loslassen müssen, um dir und den Menschen nahe sein und dein Wort verkünden zu können.

Guter Gott, hilf den Menschen, die in Gesellschaft, Kirche und Politik weitreichende Entscheidungen treffen müssen, dass sie von ihren persönlichen Eitelkeiten lassen und sich einzig und allein dem Wohle ihrer Mitmenschen verpflichtet fühlen.

Guter Gott, hilf uns in der Stunde, in der wir das Irdische loslassen müssen und Du uns zu dir rufst. Lass uns eingehen in Dein Reich, damit wir die Erfüllung unseres Glaubens erleben dürfen. Gib den Verstorbenen die ewige Ruhe.

Nach dem Empfang der Kommunion zur Meditation ein kleines Gedicht

Reine Theorie?

Loslassen, was nicht froh werden lässt.
Nach vielen Versuchen loslassen, wenn etwas nicht gelingen mag.

Auch die Angst zu verlieren.

Verlieren, was man nicht hat,
nicht ist, nicht kann.
Illusion, Zwang und  Qual verlieren.

Frei werden und gelassen

Und sich Gott anvertrauen mit ganzem Herzen.

Nach Else Pannek (1932 – 2010), deutsche Lyrikerin

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