HIOB!

Letztes Wochenende waren wir bei Freunden zum Mittagessen eingeladen. Wir haben uns über vieles verschiedenes gut unterhalten. Dann stellte ich die Frage, die mir immer mal wieder durch den Kopf gegangen war: „Wie kamt ihr auf die Idee, euren Ältesten Hiob zu nennen?“
„Das ist in Äthiopien ein durchaus üblicher Name“, lautete ihre Antwort. Ich selbst käme nie auf die Idee. Hiob verbinde ich mit so viel unerträglichem Leid und harten Schicksalsschlägen, die ich keinem wünsche und schon gar nicht meinem Kind. So sieht das auch mein Mann. Die Antwort unseres afrikanischen Freundes hat mich nachdenklich gestimmt. Er meinte, dass ihm das schon mehrere Deutsche gesagt hätten. In ihrer Kultur haben sie aber einen ganz anderen Blick auf Hiob. Er steht für Treue zu Gott. Und dieses Festhalten an Gott auch in schwierigen Zeiten, Gott als Ansprechpartner zu haben, diese innere Stärke, nicht aufzugeben, das wünschen sie ihrem Sohn.
Sie sehen also das Positive an dieser Erzählung. Wir dagegen das Negative. Ist das typisch für unsere Sichtweise der Welt?
Nach Fernsehberichten habe ich mich schon früher gewundert, dass Slumbewohner zum Teil so gelacht und gestrahlt haben, so positiv gewirkt haben in all dem Elend. Viele hierzulande – auch ich immer wieder mal – neigen dazu, eher das Negative, Bedrohliche zu sehen: … Andere haben mehr als ich… Das kann ich mir nicht leisten… Früher war alles besser… Das macht mir Angst… Das könnte ich verlieren….gegen dieses Risiko muss ich mich versichern… das Wachstum ist nicht so groß wie gedacht…. Hallo! Wir reden immer noch über Wachstum! Andere sind glücklich, dass sie wieder einen Tag lang ihre Kinder und sich satt bekommen haben.

Gott, hilf mir mein Augenmerk auf das Positive, das Gute in meinem Leben zu lenken, mich daran zu erfreuen, dankbar zu sein und mich nicht zu vielen Befürchtungen und Sorgen hinzugeben.

„Sie sehen also das Positive an dieser Erzählung. Wir dagegen das Negative. Ist das typisch für unsere Sichtweise der Welt?“

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