Maria 2.0 – Infos und Aktionen Herbst 2021

Manch einer dachte, Maria 2.0 ist eine Eintagsfliege und man muss nur lange genug warten, dann erledigt sich die Sache von alleine. Jedoch ……., Maria 2.0 ist zu einer großen Bewegung innerhalb Deutschlands geworden, die sich nicht mehr wegdiskutieren lässt. In mehreren unserer Beiträge erfuhren Sie die Beweggründe, die dazu führten, dass Frauen, denen die katholische Kirche Heimat ist und die ihren Glauben ernst nehmen, um Reformen kämpfen.

Von Gerlinde Münch

Schweigen war gestern

Eine der Initiatorinnen von Maria 2.0 ist Lisa Kötter aus Münster. In ihrem Buch -Schweigen war gestern- schreibt sie »Ich bin Christin. Am Tag meiner Geburt getauft von einem Priester der römisch-katholischen Kirche. Seit 60 Jahren lebe ich in ihrem Schoß. Es wird eng. Unerträglich eng. Der Druck steigt. Und ich begreife: Wir müssen jetzt handeln!«

Anscheindend wurde ihr der Druck zu groß. Sie findet in der katholischen Kirche keine Heimat mehr und ist in der Zwischenzeit, wie so Viele, ausgetreten. Da darf die Frage schon erlaubt sein, auf was warten die Verantwortlichen in den Führungsgremien noch und es drängt sich der Gedanke auf, ist jenen der Machterhalt und das festhalten an längst veralteten Strukturen wichtiger, als die Bedürfnisse der Menschen.

Aktuelles und Infos

Nicht desto trotz ist die Bewegung nicht ins Stocken geraten und vielerorts wurden Aktionen durchgeführt und sind weitere geplant.

Im Mai fand ein Vernetzungstreffen von Maria 2.0 im Dekanat Reutlingen per Zoom statt, in dem Überlegungen angestellt wurden, wie wir Frauen uns in den Gemeinden sichtbarer machen können. Dabei wurde angeregt, dass wir uns auf unsere Fähigkeiten besinnen und diese in Gottesdiensten zum Ausdruck bringen.

Maria 2.0 Gottesdienste

Alle drei Monate sind Gottesdienste in Reutlingn und Umgebung geplant.

1. Andacht Maria 2.0 in Heilig Geist in Reutlingen fand bereits im Juni statt.

2. Andacht Maria 2.0 in der Liebfrauenkirche, Eningen
Am 24. September 2021, 19.00 Uhr (s. Plakat)

3. Andacht Maria 2.0 in St. Wolfgang, Reutlingen
Am 14. Januar 2022, 19 Uhr

4. Andacht Maria 2.0 in St. Michael, Wannweil
Am 29. April 2022, 19 Uhr

Katholikentag in Stuttgart

Nächstes Jahr findet der Katholikentag in Stuttgart statt und auf überregionaler Ebene laufen die Vorplanungen auf Hochtouren. Nähere Informationen erhalten Sie zeitnah über unsere Homepage. Sicher ist, Maria 2.0 wir präsent sein.

Mail an den Bischof

Um unserem Bischof für die diese Woche anstehende Bischofskonferenz den Rücken zu stärken, wurde ein Text vorbereitet, der als Mail an ihn geschickt werden kann.

Mailadresse: Bischof@bo.drs.de           
Betreff: Gedankenanstöße für Bischofskonferenz

Sehr geehrter Herr Bischof Fürst!

Seit Mai 2019 rufen die Akteure und Akteurinnen von Maria 2.0 die Bischöfe zum Handeln auf.

Immer mehr Menschen wenden aus Enttäuschung, Wut oder Gleichgültigkeit der Kirche ihren Rücken zu.
In Deutschland haben im Jahr 2020 fast eine halbe Million Frauen und Männer die katholische Kirche verlassen.

Ich erwarte von unseren Bischöfen, endlich zu handeln und notwendige Reformen für eine zukunftsfähige, geschwisterliche und vielgestaltige Kirche umzusetzen.

Datum …, Name…

Das sind meine Forderungen:

1. #gerecht – gleiche Würde – gleiche Rechte
In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.

2. #partizipativ – gemeinsame Verantwortung
In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.

3. #glaubwürdig – respektvoller Umgang und Transparenz
In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.

4. #bunt – leben in gelingenden Beziehungen
Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.

5. #lebensnah – ohne Pflichtzölibat
In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung
zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.

6. #verantwortungsvoll – nachhaltiges Wirtschaften
Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.

7. #relevant – für Menschen, Gesellschaft und Umwelt.
Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.

 

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