Nachruf zum Tod von Herbert Jäger

Herbert Jäger, ein wichtiges Mitglied unserer Kirchengemeinde, ist am 28. Dezember, nach langer Krankheit, verstorben. Er war ein verlässlicher, liebenswerter und zupackender Mithelfer und Mitgestalter in unserer Gemeinde. Viele Jahre war er Mitglied im Kirchengemeinderat und Kirchenchor. Er arbeitete als Lektor und Kommunionhelfer, machte Besuchsdienste zu Geburtstagen und war immer dann da, wenn man ihn brauchte. Er wird uns fehlen! Wir nehmen diesen Nachruf zum Anlass, um ihm im Namen der gesamten Kirchengemeinde herzlich zu danken für all sein Tun.

In der Sterbeanzeige stand geschrieben:
„Und immer sind da Spuren deines Lebens,
Bilder, Augenblicke und Gefühle,
die uns an dich erinnern und uns wissen lassen,
dass du bei uns bist. Das Sichtbare ist vergangen,
es bleibt nur die Liebe und die Erinnerung.“
Im Hintergrund sind Himmel und Erde abgebildet.

In seiner Predigt deutete dies Pfarrer Begovic so: „Wer glaubt, lebt nicht nur auf Erden, sondern eben zwischen Erde und Himmel. Hier auf Erden, in unserer Welt, sind die Spuren zunächst einmal nichts Ungewöhnliches, sie ist voll von Spuren.
Es gibt die Spuren des menschlichen Geistes, Spuren von Aufbau und von Zerstörung, von Gut und Bös und Spuren in den Gesichtern der Menschen. Ich sehe auch Spuren Gottes: Das Leben, die Liebe, die Größe und Schönheit seiner Schöpfung, sein Wort; und ich selbst bin, obwohl einmalig und selbstständig, zugleich Teil einer Spur, die zurückgeht auf alle meine Vorfahren – bis letztlich hin zum Schöpfer allen Seins.
Der Verlauf des Lebens prägt uns; wir alle tragen Spuren in uns: das Erbe der Vorfahren, den Einfluss durch Erziehung, Freundschaft, Partnerschaft und Lebenserfahrung. Es sind positive Erfahrungen von Liebe und Geborgenheit, von Hilfe und Fürsorge, aber auch die leidvollen und bitteren Erlebnisse, die sich in unserer Erinnerung festgesetzt haben.
Jeder Mensch hinterlässt Spuren: Durch die Art und Weise seines Lebens, in der Weitergabe seiner Erbanlagen und der Erziehung der Kinder, in Beruf, Freizeit und Öffentlichkeit; durch sein Dasein – indem er so ist, wie er ist, durch sein Reden, Handeln und Unterlassen, durch seine Überzeugungen und Wertvorstellungen, Ziele und Wünsche, durch Lebensentscheidungen und durch positive oder negative Denkweise und vor allem aber durch das Gute, das er bewirkt.

Wenn uns ein Mensch verlässt, dann ist immer etwas von ihm zurückgeblieben: persönliche Gegenstände, vielleicht sogar ein besonderes Lebenswerk, Briefe, Bildaufnahmen oder Worte, die noch nachklingen. Die tiefsten Spuren finden wir in unserer Erinnerung, im Herzen:
Vielleicht sind es Gefühle der Liebe oder einer freundschaftlichen Verbundenheit.
Vielleicht waren es besondere Begegnungen oder Erlebnisse mit diesem Menschen, die angerührt oder gar geprägt haben.
Vielleicht war es das Vorbild von Herbert Jäger, das beeindruckt oder ermutigt hat, seine Lebensfreude, seine Fähigkeiten, seine Verlässlichkeit, sein Ordnungssinn…
Vielleicht waren es auch die liebenswerten Eigenarten, Güte und Wärme dieses Menschen, seine Aufrichtigkeit, seine Ausstrahlung, sein Einsatz für andere, dass er da war, wenn man ihn brauchte.
Vielleicht waren es Glaubenskraft und Zuversicht, Geduld und Dankbarkeit.
Vielleicht war es einfach nur das Dasein dieses Menschen, welches das eigene Leben bereichert – und Spuren hinterlassen hat.“

Geboren wurde Herbert Jäger in Bamberg am 16. Juli 1934, wo er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ferdinand aufwuchs.
• Nach dem Besuch der Handelsschule arbeitete er zunächst bei der Stadtverwaltung und absolvierte parallel dazu ein Studium zum Heizungsbauingenieur.
• 1954 lernte er Inge Eggmaier kennen und lieben, die er am 28. Dezember 1957 heiratete.
• 1960 zog das junge Paar nach Stuttgart, da Herbert Jäger Arbeit fand bei einer großen Heizungsbaufirma.
• In dieser Zeit wurde der Sohn Thomas am Valentinstag 1967 geboren. Später nahmen sie noch den Pflegesohn Markus bei sich auf.
• 1973 zog die Familie für vier Jahre nach Achern bei Bühl und 1978 nach Wannweil in den Römerweg, weil Herbert Jäger die Geschäftsführung der Firma WBK (Heizung und Sanitär) übernommen hatte.

Mit unseren Gedanken sind wir bei seiner Frau Inge, seinem Sohn Thomas und Schwiegertochter Stephanie, sowie dem Enkelkind Marie. Für sie ist es eine sehr schwere Zeit, den Verlust akzeptieren zu lernen und auch innerlich Abschied nehmen zu können. Dafür wünschen wir viel Kraft und Gottes Segen.

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