Wär nicht das Auge sonnenhaft …

 

Abendstimmung in Kusterdingen Foto: Anton Bauer

„Wär nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt es nie erblicken;
Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt uns Göttliches entzücken.“

Diese wunderbaren Verse Goethes am Ende seines Gedichts „Prooemion“ klingen bei mir an, wenn ich draußen in der Natur bin und mich an Vielem erfreue und immer wieder mich aufraffe genauer hinzusehen, innezuhalten, aufzunehmen.
Und so hat jeder Tag, den ich jetzt als Rentner genießen kann, für mich seine Herausforderung. Ich bin gern täglich unterwegs, in und ums Dorf oder auch mal hinunter in die Stadt.
Versuche dabei immer etwas mitzubringen. Sei es das Berichten von einer überraschenden Begegnung, über Veränderungen in den Ortsteilen, auch über das traurige Verschwinden alter Bauernhäuser, vom besonderen Licht am Albtrauf, von Veränderungen in der Natur – jetzt gerade der Zauber des Schnees, von interessanten Fotomotiven, oder freue mich einfach nur aufs kommende Abendessen, aufs gemütliche Zuhause.
Dankbar, dass ich auch im Alter mit meinen Sinnen das Leben genießen und froh erleben kann. Dankbar, dass ich mit „Gottes eigener Kraft“ dieses Geschenk nutzen kann – und dabei streife ich hier nur den Rand des großen Ganzen.

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