Geschichte Jugendhaus und Wanderraststätte Schloss Einsiedel

Die Anfänge des Jugendhauses Schloss Einsiedel

und ein kleiner Blick in die Zukunft –

Die Geschichte des Jugendhauses ist eng mit der Geschichte unserer Kirchengemeinde Christus König des Friedens verbunden. Das Hofgut Schloss Einsiedel  gehört zur  Gemarkung Kirchentellinsfurt  und liegt auf einer Anhöhe, oberhalb des Baggersees.
Der damalige Pfarrer der Kirchengemeinde, Anton Durner, pflegte intensive Kontakte zur Verwalterfamilie des Hofguts und zu den Studenten aus der sog. Sowjetzone, die auf dem Einsiedel untergebracht waren. Dort lernten sie etwas Deutsch und Latein, damit sie an der Universität in Tübingen studieren konnten. Zur damaligen Zeit hatte das Studentenwerk Tübingen  das Schlösschen gemietet.

Von Thorsten Kemmler

Die Gründung des Jugendhauses

Anton Durner war zu dieser Zeit auch Dekanatsjugendseelsorger und es fehlte ihm ein Haus in der Nähe, in dem man Schulungen abhalten konnte.

Pfarrer Durner

Da das Schlossgebäude nach Abzug der Sowjets einige Monate leer stand, ergriff Pfarrer Durner die Intitiative  und konnte, zusammen mit seinen evangelischen Partnern vom Jugendwerk in Tübingen, die Hofkammer des Hauses Württemberg überzeugen und einen langfristigen Mietvertrag zu einer symbolischen Miete von 2 Mark pro Jahr abschließen. Verschiedene kirchliche Träger, insbesondere das Dekanat Rottenburg, fungierten als juristische Träger. Nach Zustimmung des Bischöflichen Ordinariats stand dem Projekt Jugendhaus auf dem Einsiedel nichts mehr im Wege und das ökumenische Kuratorium Schloss Einsiedel wurde gegründet.

Jugendliche aus Gemeinde und Dekanat renovierten das Schlösschen und bauten, zum damaligen sehr einfachen Standard, das Jugendhaus auf. Besonders zu erwähnen ist Kurt Zipfel, der damalige Schriftführer und Kassier des Kuratoriums. Ihm gelang es, aus Mitteln des Kreisjugendrings Geld anzusparen. Damit legte er einen soliden Grundstein für die Renovierungen  und hatte wesentlichen Anteil an der weiteren Entwicklung des Jugendhauses.
Bald schon wurde für eine Familie eine Wohnung im 1. OG eingerichtet, damit eine Aufsicht für das Jugendhaus gegeben war. Allerdings gingen dafür drei Zimmer für das Jugendhaus verloren. Als Ausgleich wurde über dem Dach der Toreinfahrt die Bühne zum Matratzenlager und Leiterzimmer ausgebaut und ein WC eingebaut.

Gottesdienst auf dem Einsiedel

Die Wanderraststätte entsteht

Da immer wieder Wanderer und Spaziergänger vorbeikamen und etwas trinken wollten, entstand die Idee, noch zusätzlich eine Wanderraststätte, streng getrennt vom Jugendhaus, einzurichten. Dazu wurde an der Toreinfahrt noch eine Gaststube angebaut und durch deren Bewirtschaftung flossen Gelder in die Kasse des Kuratoriums. Kurt Zipfel kümmerte sich bei der Umsetzung um die rechtlichen Modalitäten.  An Samstagen und am Feierabend wurde gehämmert und gesägt, bis die Gaststube errichtet war. In seinen Erinnerungen schreibt Pfarrer Durner dazu: „Hier gab es immer wieder „echte Ökumene! Was die einen nicht hatten, konnten die anderen besorgen.“

Irgendwann stiegen die evangelischen Partner aus dem Kuratorium Schloss Einsiedel aus, weil ihnen die Unterhaltskosten zu hoch erschienen. Somit war die katholische Kirche alleiniger Unterhalter des Unternehmens.

Das Einsiedelfest: Gut besucht vor historischer Kulisse

Am 01.01.1967 wurde das Dekanat Rottenburg geteilt und das neue Dekanat Reutlingen kam hinzu. Beide Dekanate stellten sich hinter den Vertrag mit der Hofkammer und waren bereit, den Betrieb des Jugendhauses fortzusetzen.
Schon seit Langem wird unsere Wandererraststätte nicht mehr von der Hausleitung bewirtschaftet, sondern 13 ehrenamtliche Teams sorgen dafür, dass die Gaststätte an Sonn- und Feiertagen von 10:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet sein kann. Für diesen Dienst sind wir sehr dankbar.

Die Zukunft

Für die Zukunft stehen große Herausforderungen an; der langfristige Mietvertrag mit der Hofkammer muss verlängert werden und bei den kirchlichen Trägern muss mit guten Argumenten Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit sie weiterhin als Unterstützer fungieren und damit das Jugendhaus und die Wanderraststätte erhalten werden können.

Mit den Worten von Pfarrer Durner, aus seinen Erinnerungen zum 40jährigen Einsiedeljubiläum, möchte ich schließen, denn besser finde ich, könnte man es nicht ausdrücken: „Ich wünsche dem Haus, dass es vor allem den Kindern und Jugendlichen eine besondere Atmosphäre der Geborgenheit schenke, die eben mit einem solchen alten geschichtsträchtigen Haus verbunden ist. Dass sie hier Gemeinschaft und Hoffnung für ihre eigene Zukunft gewinnen und Verantwortung füreinander lernen.“

Öffnungszeiten der Wanderraststätte Schloss Einsiedel

Die Wanderraststätte beim Jugendhaus Schloss Einsiedel ist bis 28. Oktober 2018 an allen Sonn- und Feiertagen von 10.30 Uhr-18.00 Uhr geöffnet. Der Förderverein freut sich auf Ihren Besuch!

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