Was Sie schon immer über den 1. Mai wissen sollten

Entstehung und Geschichte

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der   1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag. Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte ihn als „Tag der nationalen Arbeit“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den Alliierten Kontrollrat bestätigt.

Von Jörg Teufel

Verdi-Kundgebung

Der 1. Mai ist in Deutschland nach den Feiertagsgesetzen der Länder ein gesetzlicher Feiertag.
In der DDR und weiteren sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit aufwändigen Mai-Paraden begangen und auf die Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung verwiesen
In Reaktion auf die vielfach sozialistisch ausgerichtete Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts wurde der 1. Mai von Papst Pius XII. (Amtszeit von 1939 bis 1958) im Jahr 1955 zum Gedenktag Josef des Arbeiters erklärt. Der Ehemann Mariens und Nährvater Jesu war laut der Bibel als τέκτων (téktōn, Bauhandwerker) tätig und gilt traditionell als Patron der Arbeiter.
Der bayerische Herzog Maximilian I. erklärte Maria 1616 zur „Patrona Bavariae“ und führte den 14. Mai als Festtag für seine Herrschaft ein. Im Zuge der Revision des Heiligenkalenders nach dem Zweiten Vaticanum wurde der Gedenktag auf den 1. Mai vorverlegt; er wird noch immer in den Diözesen der Freisinger Bischofskonferenz (bayerische und fränkische Diözesen, zuzüglich Diözese Speyer) begangen.

Forderungen der KAB

Aufruf der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zum 1. Mai

Die Digitalisierung der Wirtschaft darf nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen und der demokratischen Mitbestimmungsrechte erfolgen. Deshalb fordert die KAB den Ausbau der Arbeits- und Sozialrechte im Bereich von Crowd-Working und IT-Jobs. Internet-Arbeit darf nicht zum rechtsfreien Raum ohne Tarifbindung und Mitbestimmung werden.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands setzt sich für einen armutsfesten Mindestlohn von 13,44 Euro ein. Auch Crowd- und Klickworker in der Arbeitswelt 4.0 brauchen eine existenzsichernde Entlohnung. Die KAB fordert die Regierung auf, die Kontrollen beim Mindestlohn flächendeckend auszubauen. Es ist ein Skandal, dass über zwei Millionen Arbeitnehmer*innen immer noch der zustehende Mindestlohn verwehrt wird.
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit hat sich dem Gemeinwohl sowie der Zeitsouveränität der Menschen unterzuordnen. Daher müssen eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit sowie das Recht der Arbeitnehmer*innen auf Unerreichbarkeit möglich sein. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Zeitrhythmus teilzuhaben. Eine digitale Wirtschaft und Arbeitswelt 4.0 hat dem Menschen und der Gesellschaft zu dienen und nicht umgekehrt der Mensch den Algorithmen der Roboter und Maschinen.

Veränderung organisieren

Als katholische Arbeitnehmer*innen setzt sich die KAB aus ihrem Selbstverständnis heraus für ein Leben und Arbeiten in Würde und Solidarität ein. Dafür entwickelt sie Zukunft und organisiert Veränderung.

Arbeit im Kontext gesehen

Die KAB sieht Arbeit in einem ganzheitlichen Zusammenhang. Arbeit ist der „Dreh- und Angelpunkt“ der sozialen Fragen (vgl. Laborem exercens , Ziff. 3.2). Arbeit ist aber mehr als Erwerbsarbeit. Alle Ausdrucksformen menschlicher Arbeit – Erwerbsarbeit, Privatarbeit und gemeinwesensorientierte Arbeit – sind gleichwertig und für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft gleich wichtig. Deshalb müssen alle Formen der Arbeit zwischen Frauen und Männer fair geteilt werden.

Ein Gedanke zu „Was Sie schon immer über den 1. Mai wissen sollten

  1. Danke, Jörg, für die interessanten Fakten zum ersten Mai und dass du die Arbeit und den Standpunkt der KAB hier weiter bekannt machst. Die KAB ist nicht irgend so ein Privat-Clübchen, das keiner mehr braucht, sondern ein Verband, der sich aktiv für Gestaltung der Gesellschaft und eine menschenfreundliche Zukunft einsetzt. Je mehr Macht die multinationalen Konzerne haben, je mehr sich die Politik von deren Gewinnstreben und angeblichen wirtschaftlichen Zwängen lenken lässt, desto wichtiger ist es, dass die Kirchen und Gewerkschaften Gegengewichte bilden und konstruktiv Alternativen ausarbeiten, bekannt machen und durchsetzen. Und die KAB ist Eibe wunderbare, engagierte Kombination aus beidem.

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