Was zählt? – Die Kolumne von Heidrun Krismer

Gerade lief im Radio wieder ein Lied von der Sängerin Namika. Der Titel ist : „Alles, was zählt?“. Sie zählt viele zählbare Fakten und statistische Durchschnittswerte auf: „ sie geben mir 81 Jahre“, „ ich kriege 1,5 Kinder im Schnitt“, „nehme jedes zweite Jahr Urlaub mit“, bestehe aus „212 Knochen“, „ 30 Millionen Zellen“, „ lächle 13 Minuten am Tag“.
Sie kommt zu dem Schluss: „Alles, was zählt, kann man nicht zählen!“.
Und dann die Überlegung: was macht mich aus? Die zählbaren Tatsachen, die ich mit fast 8 Milliarden Mitmenschen auf dieser Erde gemein habe? Dass ich genau zu dem Zeitpunkt an genau dem Ort in genau diese Gesellschaft und genau diese Familie mit genau diesem Geschlecht geboren worden bin? Sicher auch. Aber dass ich zu genau der Persönlichkeit geworden bin, liegt auch daran, wie ich mit diesen Gegebenheiten umgegangen bin. Mehrere Kinder in der gleichen Situation können komplett unterschiedlich reagieren: Eines passt sich an, will nicht auffallen, eines rebelliert und kämpft, eines resigniert und verzweifelt, eines haut ab, eines vertraut sich an. Ein Erwachsener will es dann alles besser machen und ein anderer gibt erlittenes Unrecht weiter an die nächste Generation.
Die gute Nachricht: wir können das erkennen und unsere Ziele und Handlungsweisen ändern. Wir sind nicht das Produkt oder Opfer der Umstände. Und eine zentrale christliche Botschaft ist, dass wir immer wieder eine neue Chance bekommen und uns ändern können.

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