Besuch im Biblischen Garten in Kehl, Teil 2

Kehl und Straßburg beteiligten sich 2004 gemeinsam an der Landesgartenschau.  Man spricht auch heute noch vom Garten der zwei Ufer oder vom Rendezvous am Rhein. Dazu wurde damals auch eine neue Fußgänger- und Fahrradbrücke gebaut. Frau Regina Rieg besuchte den Biblischen Garten im Sommer und brachte davon schöne Bilder und eine informative Broschüre mit, aus der die Texte in diesem Artikel teilweise entnommen wurden.

Von Regina Rieg und Gerlinde Münch

Im Teil 1 zum Biblischen Garten wurden bereits die Stelen 1 – 4 beschrieben.

 

Gelobtes Land

In der Bibel wird das versprochene Land erwähnt: Wo Milch und Honig fließen soll es zu finden sein. Dabei haben wir eine  fleißige Biene vor Augen. Bienen sorgen für den köstlichen Honig, den wir aus den Waben gewinnen.

Auf der Stele ist ein Weinstock abgebildet, der an die große Weintraube erinnert, die von Kundschaftern aus dem gelobten Land mitgebracht wurden. Sie sollen ein Zeichen sein, für die Fruchtbarkeit des verheißenen Landes (Numeri 13)

Gelobtes Land, Bild von Regina Rieg

Reich Gottes

Auf dieser Stele ist ein schöner Baum dargestellt. Seine Krone öffnet sich nach oben. In der Bibel wird das Reich Gottes auch mit einem Baum verglichen, der aus kleinsten Anfängen heraus gewachsen ist und später fest verwurzelt dasteht.

Die Stele steht in einem Beet von Lilien, die leider schon ausgeblüht sind. „Lernt von den Lilien auf dem Feld“, sagt Jesus in der Bergpredigt (Matth. 6,28-29) – „sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: selbst Salomo in seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.“

Jesus verweist damit auf ein kindliches Gottvertrauen im Hinblick auf das Reich Gottes. Wir können es nicht sehen, aber  wir können es entdecken, wenn wir aufmerksam genug sind, die Zeichen und Hinweise zu erkennen.

Reich Gottes, Bild von Regina Rieg

Die Wurzel Jesse

Ein Wurzelstock ist auf dieser Stele zu entdecken. Sie steht für die berühmte Hoffnungsvision des Propheten Jesaja. „Aus einem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“ (Jes. 11,1). In der christlichen Deutung bezieht sich diese Vision auf den Messias in der Person von Jesus. Im Lied „Es ist ein Ros entsprungen …….“ – kommt die Liedzeile „….von Jesse kam die Art.“

Was wir auf dieser Stele entdecken können, ist eine Weide, die aus einem Wurzelstock austreibt. Sie ist Symbol für den Ölbaum: Die Olive als Frucht war sehr verbreitet und genoss hohes Ansehen in Israel. Ein Olivenzweig symbolisiert neues Leben und Hoffnung.

Wurzel Jesse, Bild von Regina Rieg
Geburt Jesu, Bild von Regina Rieg

Geburt Jesu

Hier sehen wir die Umrisse vom Stall und der Krippe, wo Jesus geboren wurde. Nach diesem Ereignis werden unsere Jahre bis heute gezählt.: vor bzw. nach Christi Geburt. Über dem Dach steht der strahlende Stern zu Bethlehem, der allen Suchenden Orientierung geben soll.

Die Myrte ist ein immergrüner Busch, der dunkelgrüne Blätter trägt. Wenn sie gerieben werden, entweicht ihnen ein aromatischer Duft. Sie wird im „Weihnachtsteil“ des Biblischen Gartens erscheinen.

Elija unter dem Ginsterstauch, Bild von Regina Rieg

Elija unter dem Ginsterstrauch

Der Ginsterzweig auf der Stele erinnert an den großen Propheten Elija, als er auf der Flucht war. Er ging in die Wüste und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und wollte sterben. Ein Engel Gottes brachte ihm Brot und Wasser und sprach zu ihm: „Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich!“ Dann wanderte er 40 Tage und 40 Nächte zum Gottesberg Horeb.

Ginstersträucher sind Schattenspender und Lebenszeichen in der trostlosen Steinwüste. Elija erlebte hier den „Schatten des Allmächtigen“ (Ps. 91).

Das letze Abendmahl, Bild von Regina Rieg

Das letzte Abendmahl

Brot besteht aus vielen Körnern und Wein aus vielen Trauben. Im Abendmahl/der Eucharistie werden sie durch Jesu Christi Wort zum Zeichen seiner Gegenwart: „Nehmt und esst“ … „nehmt und trinkt“! Jesus wird mit dem Weizenkorn verglichen, das als es auf die Erde fiel, starb und reiche Frucht hervorbrachte.

Weizen war in Israel das wichtigste Brotgetreide. Die gemahlenen Körner werden zu Brot gebacken. Wein, der aus vielen Trauben gekeltert wird ist ein Sinnbild für Lebensfülle, Freude und reiches Fruchtbringen.

Opferung Isaaks, Bild von Regina Rieg

Opferung Isaaks

Auf dem Altar liegt ein Widder als Opfertier. Das Widderhorn dient noch heute als Blasinstrument, um kultische Feste anzukündigen. Abraham wollte seinen Sohn Isaak opfern. Aber der Engel des Herrn rief Abraham zu, seine Hand nicht gegen seinen Sohn auszustrecken und ihm nichts zuleide zu tun. In diesem Moment hat sich „ein Widder mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen“ (Gen. 22). Der Widder ist später das „Lamm Gottes“, also Jesus Christus, der sich für die Menschen hingegeben hat.

Fortsetzung folgt.

Und hier der Link zu Teil 1 des Biblischen Gartens 

Und hier der Link zu Teil 3 des Biblischen Gartens

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