Besuch im Biblischen Garten in Kehl, Teil 3

Nun kommt der dritte und letzte Teil zum Biblischen Garten in Kehl, der von katholischen und evangelischen Gemeinden beidseits des Rheins zur Landesgartenschau Kehl-Strasbourg 2004 geschaffen wurde.

Von Regina Rieg und Gerlinde Münch

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die letzten 4 Stelen sowie den ökumenischen Meilenstein vor.

Der Tod Jesu am Kreuz, Bild von Regina Rieg

Der Tod Jesu am Kreuz

Auf dieser Stele erkennen wir einen Pelikan, der seine Jungen nährt. In einer Legende wird erwähnt, der Pelikan nähre seine Nachkommen mit dem eigenen Blut bis er sterbe. Daher wurde er zu einem verbreiteten Symbol für Christi Opfertod am Kreuz.

An der Nordseite vom Turm des Straßburger Münsters ist auf einem Fries die Darstellung des Pelikans zu entdecken.

Das Totenfeld, Bild von Regina Rieg

Das Totenfeld

Knochen und Totenschädel auf einem Schlachtfeld sind hier zu erkennen. Der Prophet Ezechiel beschreibt die Geschichte des Volkes Israel: Es wurde frei, schön und reich, weil Gott es liebte. In einem eindrucksvollen Bildvergleich schildert der Prophet (Kap. 37) wie Gott „die ausgetrockneten Gebeine (Volk Israel) mit Sehnen, Haut und Fleisch umgibt, damit sie lebendig werden“.

Die bittere Wermutpflanze soll ein Hinweis auf die bittere Enttäuschung Gottes sein, der die Menschen trotzdem liebt.

Auferstehung, Bild von Regina Rieg

Auferstehung

Die Legende besagt, dass der Vogel Phönix zu Asche verbrannt und zu neuem Leben emporgestiegen ist. Die christliche Interpretation bringt den aus der Asche erstandenen Vogel in Verbindung mit der Auferstehung Christis. Beim Rundgang durch die Marienkirche in Kehl ist dieses Auferstehungssymbol zu finden.

Die Stele ist von Königskerze und Gold-Garbe umgeben, die die Freude über die Auferstehung ausdrücken. Die Junkerlilie steht für das Leben und der immergrüne Buchsbaum für das ewige Leben.

Turmbau zu Babel, Bild von Regina Rieg

Turmbau zu Babel

Der Turmbau zu Babel erfolgte aus Machtgier durch Menschenhand. Er ist das biblische Gegenstück zu Pfingsten. Die Menschen gestalten ihr Leben nicht aus dem Geist Gottes. Die Folge daraus ist die babilonische Sprachverwirrung. Der Turm steht als Symbol einer hochmütigen und maßlosen Menschheit, der es nicht gelingt, sich über die von Gott gesetzten Grenzen zu erheben.

Die Stele ist nur von tristen Steinen umgeben. Durch den Platz zeigt sich ein Riss – ein Riss der mitten durch das menschliche Herz geht. Trümmer sollen uns warnen, dass wir nicht durch unsere Überheblichkeit die eigene Welt zerstören.

Pfingsten, Bild von Regina Rieg

Pfingsten

Dies ist die Stele, die zeigt, wie Gottes Geist die Menschen berührt. Alle sprechen verschiedene Sprachen und dennoch verstehen sie sich. Es ist das Pfingstwunder. Die Taube steht für den Heiligen Geist, der seine Kraft 12fach ausstrahlt. Gott will keine Vereinzelung der Menschen.

Goldgarbe, Nelkenwurz, verschiedene Lilien und die Mandarin-Rose umranken die Stele und symbolisieren die Einheit aus vielen Formen und Farben und die Freude über das Pfingstfest.

Das neue Jerusalem, Bild von Regina Rieg

Das neue Jerusalem

Über dieser Stele leuchtete ein dreifacher goldener Bogen zur Ehre Gottes, der leider von Randalen mehrmals abgerissen wurde. Abgebildet ist die Stadt Gottes „Das Neue Jerusalem“ und hier ist das Ziel der menschlichen Sehnsucht nach unübersteigbarer Gottesnähe symbolisiert (Offenbarung 21). Die Tore sind für alle Menschen weit geöffnet.

Der Weg durch den Biblischen Garten ist ein Weg durch die Heiligen Schriften des Judentums und des Christentums. Wer diese Wege mit offenem Herzen geht, wird Bezüge zum eigenen Leben entdecken können.

Die Vielfalt und Farbenpracht der Blumen dieses Beetes weisen auf die himmlische Herrlichkeit hin, die den Menschen versprochen ist.

Der ökumenische Meilenstein, Bild von Regina Rieg

Ökumenischer Meilenstein

Die vier evangelischen und zwei katholischen Kirchengemeinden in Kehl haben im Jahr 2000 zu ökumenischen Pilgerwegen eingeladen. Der Weg verbindet die Kirchen miteinander. Zum Abschluss dieser gemeinsamen Wege durch die Stadt wurde der ökumenische Meilenstein aufgestellt und eingeweiht. Er hat ebenso viele Seiten und Kanten wie es in Kehl Kirchen gibt. Damit bleibt jede Gemeinde erkennbar und fügt sich doch ins Ganze ein.

Der ökumenische Meilenstein ist bewusst am Ausgang des Biblischen Gartens zu finden. Dort kreuzt auch der Versöhnungsweg diesen Stein, der ebenfalls durch das Gartenschaugelände verläuft. Beiden Wege sollen ein Zeichen setzen, für die Vollendung der Welt im Neuen Jerusalem. Sie sollen bezeugen, dass trotz Verschiedenheit eine Versöhnung und Gemeinschaft der Kirchen möglich ist. Nach 500 Jahren Reformation ist dies ein wunderbares Symbol für ein gelingendes und verbundenes Miteinander, das uns alle trägt in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.

 

Ein herzliches Dankeschön an Regina Rieg, die uns die wunderschönen Bilder überlassen hat. Die Texte sind teilweise der Broschüre für den Biblischen Garten entnommen.

Wenn Sie mal Kehl oder Straßburg besuchen und Interesse an einer Führung durch den Biblischen Garten haben,  setzen sie sich bitte mit den Pfarramt St. Johannes Nepomuk in Verbindung (johannes-nepomuk@kirchen-kehl.de / 07851/74040).

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