Pfarrer Tomas Begovic: 30 Jahre Gottesdienst und Menschendienst

Das Jahr 2017 hält ein besonderes, ganz und gar nicht alltägliches Jubiläum bereit. Pfarrer Dr. Tomas Begovic ist seit 30 Jahren in unserer Kirchengemeinde Christus König des Friedens aktiv und damit eine Institution. Deshalb ist es auch kein Wunder, wenn viele Gemeindemitglieder von „unserem“ Pfarrer sprechen. Immerhin hat er in dreißig Jahren schon das ein oder andere Kind auch verheiratet, das er einst taufte. Und auch sonst hat er in dieser Zeit mit und in der Kirchengemeinde viel erlebt. Sechs Kirchengemeinderatswahlen, An- und Umbau des Gemeindesaales und Kindergartens in Wannweil, Neubau des  Gemeindehauses in Kusterdingen, diverse pastorale Mitarbeiterinnen, dreißig Mal Erntedank und Krippenfeier, und so weiter und so weiter.

Von Eva Schlegel

Pfarrer Dr. Tomas Begovic

Aber dreißig Jahre Investitur ist nicht der alleinige Feiergrund in diesem Jahr für Begovic. Denn er kann auf bereits 40 Jahre Priester-Sein zurückschauen. Am 5. Juni 1977 wurde er in Köngistein/Taunus zum Priester geweiht. Nach Stationen in Bremen und Münster verschlug es ihn 1982, dank seines Doktorvaters Prof. Hünermann, nach Tübingen. Dort promovierte Begovic über Johannes vom Kreuz und schloss seine Doktorarbeit ab, während er schon im Pfarrhaus in Kirchentellinsfurt wohnte. Und so folgte am 8. März 1987 die Investitur durch Dekan Hugo Rathgeb. Um mehr über Dr. Tomas Begovic und seinen Werdegang zu erfahren, bitte hier klicken.

Investitur am 8. März 1987 in Kirchentellinsfurt

Aufgrund dieser besonderen Jubiläen, wollen wir Pfarrer Dr. Tomas Begovic selbst zu Wort kommen lassen. Wir haben ihm vom Redaktionsteam aus, einige Fragen zu seiner Arbeit in der Kirchengemeinde und als Dekan gestellt.

Eva Schlegel: Tomas, du bist jetzt seit über 30 Jahren Pfarrer in dieser Kirchengemeinde. Eigentlich heißt es doch immer, dass ein Pfarrer nach 12-15 Jahren die Stelle wechseln soll. Wie hast du es geschafft, so lange in dieser Gemeinde zu bleiben?

Tomas Begovic: Unser Bischof (Dr. Gebhard Fürst, A.d.R.) will keinen seiner Pfarrer mit Gewalt versetzen. Davon hat nämlich niemand was. Es gibt nach ca. 12 Jahren ein Gespräch mit der Personalabteilung wie die Zukunft aussehen soll, ob ein Wechsel sinnvoll ist oder nicht. Und bei mir war er bisher nicht sinnvoll. Ich finde meinen Platz hier nachwievor richtig und wirksam, warum sollte ich dann woanders hin? Und ich bin überzeugt, dass der Gemeinde die Beständigkeit durch einen Pfarrer gut tut. Außerdem ist ein Pfarrer laut Kirchenrecht auf unbegrenzte Zeit in einer Kirchengemeinde investiert.

Gab es auch schon mal die ein oder andere schlaflose Nacht in 30 Jahren?

Nein, also so eine so große Sorge gab es nie. Nein. Es gab aber natürlich Situationen, die mich sehr beschäftigt haben. Besonders Todesfälle, die mir sehr nahe gingen, wie plötzlicher Kindstod oder wenn Gemeindemitglieder gestorben sind, die mir sehr nahe standen. Einmal musste ich einen jungen Mann beerdigen, der an diesem Tag eigentlich Hochzeit feiern wollte. Es sind die Schicksalsschläge von Gemeindemitgliedern, die mich bewegen und nachdenklich machen.

Was schätzt du besonders an der Kirchengemeinde Christus König des Friedens und ihren Mitgliedern?

Die Gemeindemitglieder sind für die unterschiedlichsten Dinge ansprechbar. Es gibt eine Vielzahl von Talenten, die auch eingebracht werden. Besonders zeigt sich diese Vielfalt auch in den Nationalitäten, die in unsere Gemeinde vertreten sind: Einheimische, alle Teile Deutschlands, aus Italien, Spanien, Ungarn, Kroatien, Polen, aus Vietnam. Durch die Unterschiedlichkeit ist die Gemeinde dialogisch geworden, sie bemüht sich in Kontakt miteinander zu treten, mitzudenken und das führt dazu, dass man sich aufeinander verlassen kann und nicht im Stich gelassen wird.

Tomas, du bist ja nicht nur Pfarrer dieser Gemeinde, sondern auch Dekan des Dekanats Rottenburg, zu dem 36 Kirchengemeinden gehören. Wie bekommst du diesen Spagat zwischen Gemeinde und Dekanat hin? Wie die ganzen Termine unter einen Hut?

Es gibt Zeiten, in denen bin ich mehr Dekan und es gibt Zeiten, in denen bin ich mehr Pfarrer. Einige Aufgaben gehen auch ineinander über und profitieren voneinander. Als Dekan habe ich einen Überblick über das Dekanat bekommen und auch Einblicke in andere Gemeinden, was meinen Blick geweitet hat und wo ich auch Anregungen für unsere Gemeinde hier bekommen habe.

Dr. Tomas Begovic vor 30 Jahren

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir für dich und für die Gemeinde wünschen?

Für mich würde ich mir ein hörendes Herz wünschen, so wie König Salomo. Für die Gemeinde wünsche ich mir das Bewusstsein, dass Glaube nur miteinander geht, dass er gut tut, aber auch verpflichtet.

Lieber Tomas, vielen Dank für die offenen und warmherzigen Worte. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und bei allem, was du tust Gottes Segen.

Gemeindereferentin Schlegel und Pfarrer Begovic im Gespräch

Ein Gedanke zu „Pfarrer Tomas Begovic: 30 Jahre Gottesdienst und Menschendienst

  1. Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
    mit Begeisterung habe ich mit etwas Verspätung Ihren Beitrag zum Jubiläum von Pfarrer Dr. Begovic gelesen. Natürlich auch von mir herzliche Glückwünsche und weiter eine erfolgreiche Arbeit in und für die Gemeinde(n). Die Aussage, Glaube geht nur miteinander, hat mich inspiriert. Toll finde ich auch, dass Dr. Begovic der Gemeinde treu geblieben ist. Auch das ist gelebte Gemeinschaft. (Bin nur einige Male im Jahr in K-furt bei der Familie meiner Tochter)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.