Pfarrer Tomas Begovic

Geboren bin ich am 10.12.1951 in Pitomaca/Kroatien als zweites Kind von Katarina und Martin, meine Schwester Marija war schon seit dreieinhalb Jahren da. Sie hat sich über meine Geburt sehr gefreut, da es nach damaliger Sitte jede Menge Kuchen und andere Leckereien gab, die Verwandte (eigentlich für die Wöchnerin) vorbeigebracht haben.
Schon in der ersten Klasse wurde ich Ministrant.
In der Schule galt mein besonderes Interesse der Literatur und der Mathematik.
1966 kam ich dann ins Internat nach Zagreb, das von den Jesuiten geleitet wurde, verbunden mit dem humanistischen Gymnasium.
Nach dem Abitur 1970 musste ich den Militärdienst absolvieren. Da ich zunächst im Küchendienst war, bzw. zum Koch ausgebildet wurde, war es nicht ganz umsonst.

Studium und Sitzwachen in der Chirurgie

Im Sommersemester 1972 nahm ich das Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule für Heimatvertriebene in Königstein/Taunus auf.
Die für Theologen üblichen Freisemester verbrachte ich in Freiburg. Gewohnt habe ich bei den Geschwistern Ruby, Karl war Professor an der PH und Priester, wie auch weitere sieben Brüder von zwölf Geschwistern, Elisabeth war Gemeindehelferin. An Wochenenden und in den Ferien habe ich in der Chirurgie Sitzwachen gemacht. Die Stationsschwester Gaudentia (eine Ordensschwester) hat mich aufgrund der Personalnot zum Pfleger angelernt.
Das Studium habe ich im Frühjahr 1977 abgeschlossen. Das Diakonatspraktikum verbrachte ich in Gifhorn, Diözese Hildesheim. Zum Priester geweiht wurde ich am Tag des heiligen Bonifatius am 5. Juni 1977 in Königstein. Schon im August übernahm ich in Bremen-Blumenthal die Stelle des Kaplans in der Gemeinde St. Marien bei Pfarrer Kaltenthaler. Bei ihm durfte ich Seelsorge lernen und erleben, was Spiritualität und Führungskompetenz heißt. Er hat mich in seine Familie aufgenommen, zu der sein Bruder Paul und die Schwestern Adelheid und Ursel mit ihren Familien dazugehörten.
Nach drei Jahren versuchte ich ein Kunststück – Gemeindeleitung der Gemeinden Hl. Kreuz in Bremen-Bockhorn und St. Ansgar in Schwanewede und das Promotionsstudium in Münster bei Professor Peter Hünermann.
Über die Osterzeit 1982 war ich in Neapel, um das Seelsorgemodell in einer italienischen Gemeinde (Santa Maria di Constantinopoli) kennenzulernen. Möglich war das wegen der persönlichen Bekanntschaft mit Kardinal Corrado Ursi.

1982 erstmals in Tübingen

Im Oktober dieses Jahres kam ich mit Prof. Hünermann nach Tübingen, der nun zusammen mit Prof. Kasper systematische Theologie lehrte. Gewohnt habe ich im Pfarrhaus in Tübingen-Bühl, zusammen mit Pfarrer Max Stark und einigen Doktoranden. Da ging es recht katholisch, d.h. international zu, von den USA über Irland und Italien bis nach Indien. Wir hatten eine gute Gemeinschaft, haben füreinander (gut) gekocht (Prof. Kasper war immer wieder gerne unser Gast) und es gab einen regen theologischen Austausch. Jetzt konnte ich mich meiner Forschung widmen. Das Ergebnis war eine Dissertation mit dem Titel: „Gott – der Weg des Menschen zu sich selbst. Zur theologischen Anthropologie in der mystischen Lehre des heiligen Johannes vom Kreuz.“
Als es mit der schriftlichen Arbeit auf das Ende zuging, kam immer wieder Msgr. Josef Schupp bei uns im Pfarrhaus vorbei. Zu früheren Zeit war er zwar Pfarrer von Bühl, aber als Personalchef der Diözese hatte er andere Interessen. Er interessierte sich auch für meine Pläne.

Seit 1986 in der Gemeinde Christus König des Friedens

So verkündete er im Mai 1986, Pfarrer George Chelapurath würde Kirchentellinsfurt verlassen und das Pfarrhaus wäre groß genug, um mit einer Gemeinschaft im Sinne von Charles de Foucauld dort zu leben. Das waren damals meine Pläne. Nun bei der Besichtigung des Pfarrhauses musste ich feststellen, dass es dafür zu wenig Räumlichkeiten gäbe. Die Antwort kam schnell: Dann bauen wir eben zwei Appartements an.
Investiert wurde ich als Pfarrer für Kirchentellinsfurt, Kusterdingen und Wannweil am 8. März 1987 von Dekan Hugo Rathgeb. Ins Pfarrhaus zogen schon im August 1986 Pater Marko Mišerda (Franziskaner, Doktorand) und Michael Holl (Theologe) als Zivildienstleistender ein. Der letzte in der Reihe war ein Priester aus Nigeria, Amuluche Gregory Nnamani.
Darüber, wie ich die Gemeinde leite und was mir wichtig ist, um die Kraft des Glaubens und die Nähe Gottes im Leben zu erfahren, möchte ich hier nichts schreiben. Das überlasse ich Ihnen als Aufgabe zum Nachforschen. Viele sind es, die nicht nur zur Gemeinde gehören, sondern sich einbringen mit ihren Talenten. Somit ist es nicht meine, sondern unsere Gemeinde.

Kontakt:

Weilhauweg 12
72138 Kirchentellinsfurt

Telefon:  07121 –  600765

tomas.begovic@christus-koenig.eu