Pfingst Brauchtum – Ursprung und Entstehung

Am Wochenende 5. und 6. Juni feiern Christinnen und Christen auf der ganzen Welt das Pfingstfest. Ein kirchliches Fest, das nach Ostern und Weihnachten so wichtig ist, dass es einen weiteren Feiertag dazu bekommt. An diesen Tagen erinnern sich Christ*innen daran, dass der Heilige Geist die Jünger mutig gemacht hat, dass sie von Jesus sprechen, der die Liebe Gottes allen Menschen zeigen will. Die Jünger werden plötzlich von Menschen unterschiedlichster Sprache verstanden und viele lassen sich, so der Bibeltext, taufen.
Um diesen Festtag rankt sich auch so manches Brauchtum und Unverständnis, wo das Pfingstfest herkommt. Gerlinde Münch hat das für den diesjährigen Pfingstbrief aufbereitet.

Hinweis in eigener Sache für zukünftige Beiträge: Vielfalt in der Kirchengemeinde, Vielfalt im Team Öffentlichkeitsarbeit. Wir überlassen es unseren Autoren und Autorinnen in gegenderter Sprache oder in klassischer deutscher Sprache zu schreiben.

„Du bist der Pfingstochse“

hieß es am Morgen des Pfingstmontags, wenn der oder die Letzte in der Familie aus dem Bett gekrochen kam. Es handelt sich dabei um ein Brauchtum, das heute nur noch selten gepflegt wird. In Bayern und Österreich wurde in manchen Orten der „Pfingstochse“ in einer Schubkarre durch den Ort gefahren, um deutlich zu machen, dies ist unser Langschläfer am Pfingstmontag gewesen. Der Hintergrund ist, dass früher das Vieh an diesem Tag zum ersten Mal auf die Weide getrieben wurde. Dazu wurde es in einer feierlichen Prozession durch die Dörfer geführt. Als Pfingstochse bezeichnet, führte das kräftigste, mit Blumen geschmückte Tier, die Herde an. Pfingstochsen wurden bis ins 19. Jahrhundert für das anschließende Pfingstessen geschlachtet. Es wird vermutet, dass dieser Brauch in seinen Ursprüngen auf die Darbringung von Tieropfern zurückgeht.

Wer am Pfingstmontag als letztes aufsteht ist Pfingstochse. Auf vielen Pfingstfesten gibt es Ochse zum Essen.

Das Wort „Pfingsten“

lässt sich aus dem griechischen ableiten und bedeutet -der 50. Tag-. Dieser Zeitraum von fünfzig Tagen kommt traditionell aus dem Jüdischen. Früher wurde bei den Juden nach dieser Zeit ein Fest zur Überbringung der ersten Früchte (Opfer) des Jahres im Tempel gefeiert. Später verwandelte sich diese Tradition, im Hinblick auf die Gesetzesübergabe an Moses, zu einer Feier der Danksagung an Gott. In Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, wird Pfingsten fünfzig Tage nach dem jüdischen Passahfest zelebriert.

Im Christentum ist die liturgische Farbe von Pfingsten rot.

Es soll das Feuer und den Heiligen Geist symbolisieren, da in der Apostelgeschichte das Brausen des Heiligen Geistes mit dem Feuer verglichen wird.

Die Pfingstrose erinnert mit ihrer Farbe an den Heiligen Geist, der in Feuerzungen auf die Jünger kam.

Feuerzungen in der Apostelgeschichte

Im Neuen Testament steht in der Apostelgeschichte geschrieben, dass der Heilige Geist mit Feuerzungen auf die Apostel niederging, als sie sich zum Pfingstfest in Jerusalem trafen. Dieses Datum wird im Christentum auch als Gründung der Kirche bezeichnet. Im Jahre 130 n. Chr. wurde Pfingsten zum ersten Mal als christliches Fest erwähnt.

In südlichen Ländern wird manchmal an Pfingsten von Priestern der Wettersegen gespendet.

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