Senioren besuchten schmerzhafte Muttergottes im Weggental

Am 15. Mai, dem Tag der „Kalten Sophie“, eine der Eisheiligen, machten wir uns voll Gottvertrauen auf zu unserer „Mini-Wallfahrt“ ins Weggental. Nachdem es morgens noch geregnet hatte, zeigte sich nachmittags die Sonne und wir konnten vom Parkplatz aus einen schönen Spaziergang zur Wallfahrtskirche durch das frische Grün der saftigen Wiesen und Obstbäume machen. Diejenigen Teilnehmer/innen, die nicht so gut zu Fuß sind, transportierte Herr Teufel mit dem Pfarrbus zur Kirche.

Von Rosemarie Walker

Schmerzhafte Muttergottes Statue

Die Legende

Unser Pfarrer, Dr. Tomas Begovic feierte mit uns eine Maiandacht und gab eine kurze und anschauliche Geschichte der Wallfahrtskirche:
„Die Wallfahrt „zur schmerzhaften Muttergottes im Weggental“ beginnt mit einer Legende. Ein Remmingsheimer Bauer nahm auf dem Heimweg von Rottenburg aus einem Bildstock im Weggental das holzgeschnitzte Bild der schmerzhaften Muttergottes mit, um es seinen Kindern als Spielzeug zu bringen. Doch tags darauf fand es sich wunderbarerweise wieder an seinem alten Platz. Der Bauer holte es noch ein zweites und drittes Mal, und jedes Mal kehrte es an seinen Platz zurück.

Schnell wurde das Bild zu einem Ort der besonderen Marienverehrung. 1521 wurde eine kleine Kapelle aus Holz gebaut und bald danach erweitert.

Entstehung der Wallfahrtskirche

Nachdem 1653 die Jesuiten mit der Seelsorge betraut worden waren, kamen so viele Pilger, dass 1695 eine neue Wallfahrtskirche geweiht wurde. Baumeister war der Bregenzer Michael Thumb. Die barocke Ausstattung der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist nahezu unverändert erhalten geblieben.
1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben und die Kirche verfiel, da immer weniger Pilger kamen. Den Abbruch der Kirche konnte der Rottenburger Magistrat gerade noch verhindern.
1919 wurden Franziskaner aus Fulda ins Weggental berufen und es kamen auch wieder mehr Gläubige, um die Muttergottes um Hilfe zu bitten. Die Wallfahrtskirche ist heute eine Stätte der inneren Einkehr, wie auch beliebte Traukirche und Ausflugsziel wegen der schönen Umgebung.

„s Weggetaler Kripple“

Auch die alljährlich zur Weihnachtszeit aufgestellte Krippe ist Anziehungspunkt für viele. Der Rottenburger Heimatdichter Sebastian Blau (Josef Eberle) wurde durch sie zu seinem bekannten Gedicht „s Weggetaler Kripple“ inspiriert.“ Er verlegt die Weihnachtsgeschichte in heimische Gefilde. Er vermittelt darin, wie es sich angefühlt haben muss, als arme Leute im rauen winterlichen Klima auf Herbergssuche waren, noch dazu mit einer hochschwangeren Frau. Das konnten sich die Leute gut vorstellen. Ein sehr berührender Text, der nicht umsonst als der Klassiker unter den schwäbischen Weihnachtsgedichten gilt. Es beginnt mit den Hirten, die frierend – „mit pfanne’bloe Aohre“ – bei ihren Schafen sitzen und denen plötzlich auf dem Feld ein Engel erscheint, der sie zum Christkind schickt. Sebastian Blau gibt den Figuren in der Weihnachtsgeschichte die herzhaft bis raubauzige Sprache und Mentalität seiner Rottenburger Landsleute.

Heimkehr

Nachdem unsere Seelen erfrischt und aufgerichtet waren, brachte uns der Bus nach Remmingsheim (nicht zum Bauer, sondern in die Gaststätte Krone) zur gemütlichen Einkehr. Auf dem Heimweg im Bus gab es noch einen kräftigen Schauer und beim Aussteigen war es wieder trocken. Wahrscheinlich haben wir doch einen guten Draht zu Petrus!

Einladung

Wer Lust hat, mal bei uns vorbeizuschauen: wir treffen uns jeweils am 3. Dienstag im Monat im Gemeindesaal St. Michael in Wannweil, das nächste Mal am 19.6. zu einem Nachmittag mit Musik von Herrn Wanko.

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