Gewöhnungsbedürftig: Der erste Gottesdienst in Zeiten von Corona

Foto: Eva Schlegel
Nach vielen gottesdienstfreien Wochenenden, durfte eine kleine Anzahl von Christ*innen wieder eine heilige Messe besuchen.

Von Gerlinde Münch

Am Samstag, den 9. Mai war es soweit. Um 18:30 Uhr fand in der katholischen Kirche St. Michael in Wannweil die erste Messe nach dem Verbot von öffentlichen Gottesdiensten statt. Um daran teilnehmen zu können, musste man sich vorher im Pfarramt anmelden, da nur eine begrenzte Anzahl von Besucher*innen zugelassen war. In der Wannweiler Kirche waren dafür 53 Plätze vorgesehen, abhängig von der Anzahl der gesamten Sitzmöglichkeiten im Kircheninnenraum.

Sonnenblumen als Zeichen, dass etwas Neues wächst

An den Stufen vor den Eingängen zur Kirche hatten Aktivistinnen von „Maria 2.0“  mit Straßenkreide „= beRECHTigung – Maria 2.0“ angebracht. Damit wollten sie darauf aufmerksam machen, dass es mit den Erneuerungsprozessen in der katholischen Kirche zu langsam voran gehe.

Im Foyer standen zwei Kirchengemeinderäte bereit und wiesen auf den erforderlichen Mundschutz und die Desinfektion der Hände hin.

Die Kirchenbänke waren mit Markierungen versehen, die anzeigten, wo man sitzen durfte. Jede zweite Kirchenbank wurde mit einer Eisenkette gesperrt.

33 Menschen hatten sich an diesem Abend zur Teilnahme an der heiligen Messe entschlossen. Pfarrer Begovic machte zu Beginn der Messe auf die besonderen Vorgaben in Zeiten der Pandemie aufmerksam. Kein Gemeindegesang, keine Kommunionausgabe und kein Friedensgruß wie bisher.

Dagmar Tumele an der Orgel

Die Orgel, gespielt von Dagmar Tumele, sorgte für einen heimeligen und gewohnten Auftakt. Alle im Kircheninnenraum trugen Mundschutz. Dieser wurde nur entfernt, wenn jemand etwas sprach, zum Beispiel Pfarrer Begovic oder die Lektoren bei der Lesung. Auch Brigitte Häberli, die den Gemeindegesang mit ihrem warmen Sopran ersetzte, durfte ebenfalls ohne Mundschutz singen.

Foto: Matthias Franz, Medienteam DRS

Die Kommunion teilte Pfarrer Begovic diesmal alleine aus. Sechs Plätze waren vor dem Altarraum für die Kommunionempfänger*innen mit gelbschwarzem Band markiert. Die Hostien wurden mit einer Zange der Schale entnommen, damit keine körperliche Berührung stattfindet.

Foto: Matthias Franz, Medienteam DRS

Beim Friedensgruß durfte man sich nur zunicken, oder ein Zeichen geben. Auch hier keine Umarmung oder ein Händedruck, wie bisher gewohnt.

Alles etwas unwirklich. Und trotzdem ist es für Viele ein Bedürfnis gewesen, endlich, nach so langer Zeit ohne Kirchenbesuch, wieder an einem Gottesdienst in vertrauter Umgebung teilnehmen zu dürfen.

Wenn Sie mehr darüber lesen, sehen oder hören wollen, schauen Sie in den Corona-Liveticker. Hier ist ein kleiner Film von Matthias Franz, Medienteam der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hinterlegt.

Link zum Corona Liveticker

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